Grünfee

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Guten Morgen, mein Name ist Grünfee…..ich lebe mitten unter Euch. Ja, jeden Tag schaue ich nach Euren Träumen. Wenn ihr schon lange aufgestanden seit und euren Dingen nachgeht, sammle ich sie ein, die Träume, die ihr hinterlasst.

Das ist ein ermüdende, schwierige, harte Tätigkeit, für die so kleine Feen wie ich nicht geschaffen sind.

Aber ich habe Mitleid mit Euren Träumen, auch wenn sie Dunkelschwarzfürchterlich sind. Sie sind mir genauso lieb wie die Rosatüllgewebten oder Kugelrundlustigen.

Bisher kullerten Eure Träume in der Weltgeschichte herum, traurig und vergessen. Natürlich gibt es Ausnahmen, die Besonderträume. Aber die haben ein zu Hause bei Euch gefunden in Euren  Herzen und Seelen.

Aber was geschah mit den anderen, die, welche wieder versunken im Nichts landeten?

Verwirrt und einsam, unfähig sich gegenseitig zu erkennen.

Als kleines Kleinsfeemädchen schon zerriss es mir das Herz, wenn die Träume an mir vorbei liefen und sich so sehnten, nach jemanden, der sich mit ihnen unterhielt.

Aber meine Mutter überzeugte mich, das Grünfeen andere Aufgaben hätten und nicht die Probleme der ganzen Welt auf sich nehmen könnten.

Als junge Grünfee entwickelte ich meinen eigenen Traum, einen Besondertraum, der seinen Sitz in meinem  Herz und Seele hatte.

So schuf ich einen Platz, einen grünen Platz. Dort führte ich vor einigen Jahren den ersten verlorenen Traum, dem ich mich näherte.

Sobald ich mit ihm sprach glühte er in wonnigen Farben.

Inzwischen leben die wonnigen Farbenträume, es sind unendlich viele geworden, an meinem grünen Platz. Sie können sich jetzt erkennen und gesellschaft leisten.

Natürlich begann nach einiger Zeit die Langeweile für diese Geschöpfe. Und so schauten sie zu den Menschen…..und wenn der eine oder andere Traum meinte seinen Seelenmenschen gefunden zu haben, schwebte er zu ihm.

Wonnige Träume unterscheiden sich sehr von den Besonderen, weil sie warm und herzlich sind.

Und ich…..ich bin froh dass ich nicht auf meine Mutter gehört zu haben.

So, nun muss ich weiter, Ilse ist gerade weggegangen und hat einen Traum verloren, den ich mitnehmen möchte.

 

Kälteglanz

Kälteglanz

 

Wenn das magische Mittel fehlt, wie behelfen?

Die kleine Zauberin Britta kräuselte nachdenklich ihre Stirn.

Sie wollte eigentlich mit dem Über ins Gespräch kommen. Das verlangte nach einem langen, uraltem Ritual….unabdingbar dafür waren die Siegelkarten.

Und diese verschwanden….vielmehr….ließen sich nicht finden. Das war ein Spiel, dessen Britta  überdrüssig war. Als kleine Zauberin hatte sie nur wenige Pflichten. Und eines davon war, Vorhersagen zu machen. Und Vorhersagen gelangen nur, wenn zuvor das Über seine Meinung von sich gegeben hatte.

Britta könnte natürlich einen Zauber sprechen um die Siegelkarten zu finden…..nur wären die Folgen nicht abzusehen gewesen. Unheil könnte sich über sie ergießen.

Also, da musste ein Ersatz reichen. Sie nahm den alten Kaltglänz-Stein in die Hand.

Sofort schnurrte er, wurde warm und herzlich. Sein Alter ließ ihn zerfurcht wirken, aber die Steinseele enthielt unendlich viel Jugend.

Die kleine Zauberin strich vorsichtig über seine glänzende Fläche und konzentrierte sich.

Ihre Gedanken, Träume und Bilder verknoteten sich zu den Silberfäden, welche in der Glanzsteinfläche badeten. Von dort aus traten sie die Reise an, durch unendliche Nebel, unendliche Wälder und unendliche Meere.

Die Sonne strahlte, die Möwen schrien….die Brise wehte um die Gespinste aus Brittas Gedanken. Diese, inzwischen gewandelt, erreichten den Thron, den schwarzen Thron, auf dem das Über residierte. Doch dieser lag verlassen vor ihnen.

Leer, ohne Worte, kehrten die Gedankentraumbilderfäden zurück. Entsetzt ließ Britta den Kälteglanz-Stein fallen.

Ohne den Boden zu erreichen schwebte er in unendliche Tiefen.

Die kleine Zauberin dachte nicht lange nach…..sie nahm ihre Leiter aus purem Gold  und folgte ihm ins Unbekannte.

…….

Handtaschens Tiefen….

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Tief in der Handtasche lebte sie, die Kellerfee. Bei Ilse. Ilse kannte sie natürlich nicht. Nur verwunderte es diese oft, das in jeder ihrer Handtaschen ein Keller vorhanden war. Egal wie klein diese Tasche auch war, der Keller lebte dort in tiefen Tiefen.

Die Kellerfee hegte und pflegte diesen mit aller Hingabe, die einer kleinen Fee mit kleinem Herzen möglich war. Eifrig sammelte sie Undinge wie Geldstücke, Lippenstiftkappen, Bonbonpapier und so manch anderen Frauenhandtaschenschatz zusammen. Für schlechte Zeiten.

Es kam vor, da kramte Ilse  und suchte verzweifelt einen Gegenstand…die Hand tauchte immer tiefer in die Tiefen….die kleine Kellerfee tat alles, um ihren Schatz zu hüten. Doch manchmal musste sie nachgeben und den Krabbelfingern etwas geben.

Und das schmerzte die kleine Kellerfee, mehr als der Handtaschenkeller tiefste Tiefen besaß.

Und dennoch blieb sie bei Ilse, denn diese war auf ihre Art und Weise sehr großzügig. Denn oft vergaß diese, was so in der Handtasche hätte sein sollen.

 

Das Geheimnis der Klicks

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Nun ist es geklärt, das Klickgeheimnis….wie die treuen Leserinnen wissen, stellten sich mir die Klicks vor kurzem vor.

Und nun, da ich weiß was da vor sich geht, bin ich wie immer erstaunt, dass ich es vorher bereits schon ahnte.

Welch Schmach ließ ich mit meiner Neugier über mich ergehen. Welch Leid schlug auf meine Familie nieder, da ich nicht mehr ansprechbar war, im Internet verschwunden, die Fährte aufnehmend.

Jeder weiß, all meine Energie steckte ich in die Frage, was so ein Klick eigentlich sei. Zum Glück hatten die Klicksmännchen ein nachsehen und kamen zu mir.

Zum Glück  für mich und meine Familie. Ich wußte, es würde sich etwas Großes dahinter verbergen.

Weit zurück in die Urzeiten der Mythologie reichten die Wurzeln der Klicks.

Heinzelmännchen, so nannten sich die würdigen Klicksvorfahren. Diese wurden in Köln arbeitslos und streunten in die Welt. Ihre Aufgaben und Herzensanliegen lagen einzig darin, dem Menschen die Arbeit abzunehmen.

Einiger dieser würdigen Heinzelmännchen aber verirrten sich. Sie selbst, kleine reale und fleißige Wichte, nicht ans esotherische glaubend, begegneten den magischen Musen.

Zarten Hauchwesen, die wiederum den Menschen halfen kluge Kunstgewerke zu schaffen. Es kam, wie es kommen musste. Es gründeten sich Familien, und diese Nachfahren  der Heinzelmännchen/Musen, nannten sich Klicks.

Allerdings konnten sie sich nirgends niederlassen, da sie weder in der esoterischen-magischen noch in der harten-realen Welt zu Hause waren. Deshalb schufen sie sich eine neue Welt. Musisch-helferisch begabt benutzen sie die Menschen, um Computer und Internet zu erfinden.

Und seit dem leben die Klicks am Übergang zur Realität  als Herrscher in der virtuellen Welt. Vor uns Menschen halten sie sich verborgen.

Und nun, geneigte Leser, seid ihr Geheimnisträger.

 

Sehr geehrter Herr Jahreszeit

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Ich lade Sie zu mir in meine gemütliche Stube ein. Der Kamin flackert, das Holz knistert. Bei einem Glühwein können wir uns ja ein wenig unterhalten.

Aus dem Fenster heraus sehe ich Herbst. Obwohl ich Frühlingsblumen gepflanzt habe und obwohl die Bäume im saftigen Grün stehen.

So geht es schon lange. Die Jahreszeiten sind vom Wetter getrennt Herr Jahreszeit. Nun erzählen Sie mir doch bitte was mit Ihnen los ist.

Für alles habe ich Verständnis. Ich biete Ihnen ein Heim, welches Ihnen Ruhe bietet,  wenn Ihnen danach ist. Und Geborgenheit. Vielleicht brauchen Sie eine Schulter, an die Sie sich anlehnen können?

Seelchen geht auch gerne mit Ihnen spazieren, an den Fluss, der Ihnen schöne Lieder singt.

Oder sind Sie krank, Herr Jahreszeit? Wie furchtbar, und niemand ist da der sie pflegt? Das übernehme ich sehr gerne.

Herr Jahreszeit, dies ist eine ehrlich gemeinte Einladung. Die Taube, die ich beauftragt habe, sie ihnen zu bringen, sieht kräftig und zuverlässig aus. Und hartnäckig. Sie darf nur mit Ihnen zusammen zurückkehren.

Herzlichst verbunden,

Ihre Vertraute

Alles Gut

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Alles Gut, das ist irgendwie mein Mantra geworden.

Alles Gut…..sofort beruhigt sich mein Seelennerv.

Alles Gut….es geht nicht um Deine Existenz.

Alles Gut…Du schaffst es.

Alles gut…im Großen und Ganzen.

Alles gut…fahr mal herunter, werde erdig, hole erst mal Luft.

Alles gut….Du wirst nie alles erledigen können.

 

Dieses Mantra nimmt meine Hand. Immer wieder führt es mich durch die Wirren des Tages, zieht das dunkle Tuch der Handlungsunfähigkeit hinfort.

Alles Gut…..Alles Gut und ich trinken jetzt zusammen einen Kaffee.

Baumtanz

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Seht her, Ihr, die Ihr hier vorbei geht.

Seht, wir tanzen.

Einen Schritt.

Den Ast leicht gesenkt.

Noch einen Schritt.

Leise rascheln die Zweige.

Be-rauscht strecken wir sie  aus.

Nehmen Eure Hand.

Tanzt mit uns, Ihr, die Ihr nicht glaubt.

Eitel wir Ihr seit, geht Ihr vorbei.

Eitel wir Ihr seit, redet Ihr laut und stört die heilige Stille, die uns umgibt.

Eitel wir Ihr seit, merkt Ihr nicht, glaubt Ihr nicht.

Verhärmt und trocken ist sie geworden, Eure Welt.

Arm und hart ist sie geworden, Eure Welt.

 

Wir tanzen,

unbemerkt,

wir schweben,

unbemerkt,

wir sind es.

Wir sind hier,

wir waren vor Euch,

wir werden nach Euch sein.

Wir betrachten Euch,

und während wir den nächsten Schritt tun, in unserem Tanze,

seit ihr alt und grau.

Ein Schritt für uns.

Ein Leben für Euch.

Schaut, schaut zwischen die Zweige.

Dort sind sie, die Geschichten,

die das Herz beleben.

Die die Seele wieder aufblühen lassen.

Seht her, die Ihr vorbei geht, seht her!