Sehnsucht

Sehnsucht

Was ist Sehnsucht eigentlich?

Die Sucht nach dem Sehnen?

Das Sehnen, das sucht?

Suche ich Dein wahres Ich in meinen Träumen?

Oder suche ich Dein Bild, das ich in mir trage?

Sehne ich mich nach Dir, weil ich mich zurück träumen will?

Oder sehne ich mich, weil ich einfach muss?

Vor langer Zeit konnte ich vor Sehnsucht nicht schlafen.

Die sehnende Sucht tat so weh, überall!

Heute begleitet sie mich ab und zu in wohlige Träume.

Was ist also die Sehnsucht?

Ist es die sehnende Sucht nach Dir?

Oder sucht das Sehnen mich selbst?

Vollversammlung am Sonntag

Vollversammlung am Sonntag

Selbstbewusstsein: Ich begrüße euch zur wöchentlichen Vollversammlung. Das Haus ist ganz  gut wieder hergestellt. Alle sind gesund, oder? Ich komme nun zum Thema Bewegung…

Allgemeines Gemurmel, Angst ruft ihre Paniken zusammen.

Selbstbewusstsein: Bleibt ruhig, alles gut.

Antreiber: Also, das finde ich ja nun gar nicht. Sport, Sport, Sport, wo bleibt der Sport?

Schweinehund: Ich werde gar nicht mehr gefragt, immer muss Bewegung sein!

Verweichlicher: Alles tut so weh, und dann noch diese blöde Idee mit dem Crosstrainer. Kommt alles aus dem Gertrud-Blog! Schlimm genug diese Schwimmerei und das ewige Fahrradfahren!

Antreiber: Das muss deutlich mehr werden. Andere schaffen 60 Minuten auf dem Crosstrainer und andere fahren ja nun wirklich häufiger mit dem Rad und Schwimmen nennst Du das? Gefühlte 20 Minuten für eine Bahn! Lächerlich.

Schweinehund: Ich will das alles nicht mehr. Ich will Sofa.

Selbstbewusstsein: Mein Vorschlag: Schweinehund und Antreiber, ihr arbeitet ab heute als Team zusammen.

Antreiber: Nie im Leben. Träume weiter!

Schweinehund: Ich denk nicht dran!

Selbstbewusstsein: Wenn das nicht klappt, sage ich nur: Fitnessstudio!!!!!

Allgemeines Geschrei, Angst schickt Attacken vor, Fröhlichkeit fällt vom Stuhl, Antreiber grinst.

Selbstbewusstsein: Antreiber und Schweinehund, ihr seid dafür verantwortlich, dass es genug Bewegung gibt. Freiwillig! Sonst Studio!

Antreiber: Na gut, dann lieber brav sein. Aber 20 Minuten Crosstrainer ist ja nun wirklich lächerlich!

Fan: Ist doch prima!

Vernunft: Wird ja noch aufgebaut!

Selbstbewusstsein: Antreiber hält sich ab heute zurück und Schweinehund auch.

Schweinehund: Ich will aber auch mal gewinnen!

Selbstbewusstsein: Ja, o.k. Du meldest dich ab und zu und dann darf die Faulheit mit dir zusammen arbeiten. Antreiber passt dann auf, dass es nicht zu viel wird und man nur noch herum liegt.

Schweinehund: Und ich passe auf, dass das Antreiben nicht zu viel wird. Prima. Komm her Freund!

Antreiber und Schweinehund umarmen sich. Miteinander ist doch besser als gegeneinander, auf jeden Fall besser als Fitnessstudio!

Liebestöter: Ich habe noch einen Punkt. Also gestern das Kartenspielen mit den vier Frauen war ja wohl das letzte. Was sitzen die zusammen und konzentrieren sich kein Stück auf das Spiel?

Freude: Oh, was haben wir gelacht!

Humor: War ich nicht komisch? War ich nicht spritzig? War ich nicht toll?

Antreiber: Das Spiel wurde absolut nicht ernst genommen. Was soll das, wertvolle Zeit kann viel besser genutzt werden als mit diesen Albernheiten.

Liebe: Nein, ganz und gar nicht! Ich habe mich so sehr gespürt, wie schon lange nicht mehr.

Zweifler: Ja, aber wie können sich die alten Weiber so amüsieren? Steht ihnen das zu? So ganz ohne Männer? Wieso haben die alle keinen Mann?

Antreiber: Genau, die sollten sich lieber mal bemühen, einen zu finden. Erst mal abnehmen, Falten bügeln, High Heels angezogen und los, Männer suchen.

Peiniger: Genau. Frau ohne Mann ist nur halb so viel wert, das weiß man doch! Kein Grund so fröhlich zu sein!

Inneres Kind hüpft auf und ab, klatscht in die Hände und lacht: Du bist vielleicht blöd! Da hören wir schon mal gar nicht hin! Ich will spielen! Ich will gewinnen. Ich will lachen! Wann gehen wir wieder los?

Schweinehund: Schon wieder? Reicht es nicht einmal im Jahr!

Fan: Spinnst Du? Lachen und Erzählen ist so toll. Ich will mehr davon!

Vernunft: Das machen wir bald wieder. Dann gibt’s Bohnenkuchen…..

Selbstbewusstsein: Ja, ganz bestimmt. Liebestöter muss sich mehr zurückhalten!

Liebestöter: Hä?

Selbstbewusstsein: Ich schließe die Versammlung. Nächste Woche machen wir weiter. Und heute Abend, lieber Schweinehund, geht es ins Kino! Mit den anderen Frauen.

Kritiker: Na, wenn das man gut geht und die endlich mal ihre Klappe halten können……

Selbstbewusstsein: Wird schon!

Misi meldet sich (2)

Misi meldet sich (2)

Ich danke Euch für die vielen Kommentare! Ich bin so froh, dass einige nun doch Olympia gucken. Sonst wäre es ja doof, wenn das Fernsehen den ganzen Tag Olympia ausstrahlt und keiner sieht hin!

Frau Holle winkt ab. Sie interessiert sich nicht so für Sport. Noch nie. Allerdings hat sie eine große Hochachtung für die Leistung der Sportler. Besonders beim  Turnen, Tanzen und Eislauf bleibt sie manchmal hängen, wenn sie kurz vor dem Schlafengehen herumzappt. Ihr ist es unbegreiflich, was menschliche Körper zu tun in der Lage sind. Doping findet sie natürlich blöd. Außerdem ist sie so naiv und denkt, dass Olympia zu teuer ist und dass das viele Geld auch hilfreicher ausgegeben werden könnte. Na ja, Frauen sind so sentimental.

Ich liebe die Froscholympiade: Schnellhinken, Hochspringen, Lautquarken, Langsamhüpfen und Leisetreten. In meinem Dorf gibt es Menschen, die sich im Handtaschweitwurf messen. Auch prima!

Ich frage mich allerdings, warum die Leute, die während der EM Fähnchen an Autos und in Fenstern hatten, diese noch nicht wieder herausgeholt und angesteckt haben. Ist das bei Euch auch so? Ich versteh das nicht…….

Oh, eine fette Fliege in Sicht! Währe ein prima Mittagessen für meine Liebste! Tschüss denn!

Mein philosophisches Wochenende

Mein philosophisches Wochenende

Am Wochenende traf sich der Philosophie-Kurs der Volkshochschule bei unserem Lehrer in seiner „Lernscheune“. Das machen wir jedes Semester mit größtem Vergnügen. Kann man sich vorstellen, dass es Leute gibt, die sich Samstag und Sonntag bei schönstem Wetter zwischen 10.00 und 17.00 Uhr die Zeit dazu nehmen? Ja, man kann.

Wir setzten uns mit kurzen Texten von Hegel auseinander. Hegel ist so schwer, dass es für einen Menschen fünf Menschenleben bräuchte, sein Werk zu lesen und zu verstehen. Sagt unser Lehrer, der das gesamte Werk natürlich auch nicht im Original kennt, sich aber schon sein ganzes Leben mit seinem Lieblingsphilosophen auseinandersetzt. Ich hörte und staunte. Was für einen Sinn macht es, Bücher zu schreiben, die keiner versteht? Diese Frage stellt sich unter Philosophen schon mal gleich gar nicht.

Lehrers Hund, der auch Hegel heißt, und immer dabei sein durfte, war es egal, was sein berühmter Namensgeber so trieb. Manchmal saß Hegel auf einem eigenen Stuhl in unserer Runde und blickte schlau mal hierhin und mal dahin, bis es ihm zu langweilig wurde und er sich seine Streicheleinheiten von uns abholte.

Na gut, wir lasen kurze Texte, halfen uns gegenseitig zu verstehen und diskutierten fleißig darüber. Sehr schnell kamen wir (wie immer) zu uns selbst, zur Gegenwart und zu unseren eigenen Fragen. Die aktuelle politische Lage blieb natürlich nicht lange ausgeklammert und so hörte ich neue Meinungen und verglich sie mit Euren Kommentaren zu meiner Frage „Trotz alledem?“. Wir kamen zu dem Schluss, uns unbedingt Auszeiten zu nehmen, Nachrichten auszuwählen und unsere Lust am Leben nicht zu verlieren. Unser Lehrer sah die ganze Lage noch viel pessimistischer als ich und die Sorgen waren ihm anzumerken. Die Frage blieb im Raum, ob wir als Gruppe zukünftig etwas zu diesem Thema erarbeiten und irgendwie umsetzen wollen.

Alle hatten etwas zu Essen mitgebracht und so verbrachten wir eine sehr gemütliche, lustige Pause im großen Garten. Wir nahmen den Sommer wahr und genossen von ganzem Herzen.

Auch am Nachmittag blieben wir konzentriert, bildeten und vertraten unsere Meinungen und hörten den anderen zu. Es ging um die Frage „Die Wonnen der Ironie“- In diesen Zeiten? Ist Humor noch angebracht? Für mich war die Antwort glasklar: Humor schafft Abstand und ist für mich ganz wichtig bei der Auseinandersetzung mit dem Schrecken. Dazu ein Tipp von mir: Hagen Rether ist für mich ein Meister der Kunst, uns mit Ironie und Witz den Spiegel vor zuhalten. Guckt mal bei YouTube, ich finde, es lohnt sich!

Abends war ich ziemlich müde. Ist man als Rentnerin ja nicht mehr gewohnt, diese Lernerei! Meine Nachbarin konnte mich aber zum Glück  überreden im Kino den Film „Ein Mann namens Ove“ anzusehen. Der Film rührte mich sehr und passte sehr gut zu den angeschnittenen Themen des Tages.

Sonntag lernten wir etwas aus der Hirnforschung und beschäftigten uns mit der Frage, ob unsere Gedanken wirklich frei sind oder ob wir nur denken können, was wir schon kennen. Wir sind allerdings in der Lage bekannte Elemente völlig neu zusammenfügen, das ist ja schon mal was. Meine Synapsen sprühten Feuer und kriegten Muskelkater, aber mir fiel tatsächlich nichts ein, was ich denken könnte, was mir völlig unbekannt war und vielleicht noch nie von einem Menschen gedacht wurde.

Nachmittags sahen wir den Film von Luis Bunuel: „Das Gespenst der Freiheit“. Unser Lehrer wollte uns einen Gefallen tun, ich fand es anstrengend. Filme kann ich jederzeit gucken, mit anderen reden aber nicht. Das sahen auch meine MitstreiterInnen so und wahrscheinlich machen wir es das nächste Mal anders.

War ein schönes Wochenende. Ich krönte es mit einem kleinen Ausflug zum See, in dem ich 30 Minuten herum schwamm, mich an der Sonne, den vielen Schwalben und den wenigen Menschen um mich herum erfreute. Ferienstimmung pur!

Misi meldet sich

Misi meldet sich

Also, jetzt wird es Zeit, dass ich mich mal melde. Das geht so nicht. Von wegen Glückssachen und so. Das halte ich ja nicht aus. Das ist ja Zuckerguss pur. Da fällt mir wirklich das ruhige Rumhängen schwer, wenn ich so was schon lese! Da platzt mir der Kragen. Das Leben besteht doch nicht nur aus Glücksmomenten! Und wenn es die geben sollte, ich sage ausdrücklich, wenn, dann nur in homöopathischen Dosen.Das muss man doch mal realistisch sehen. Das Leben ist einfach nur schrecklich. Die Gefahren seht ihr auch alle nicht. Autos, Menschen, Katzen. Die Störche sind hinter mir her. Na, zum Glück sind die bald weg! Es ist so furchtbar gutes Wetter, da trocknet man ja aus. Da kann man nur übern Zaun hängen und hoffen, dass es bald vorbei geht. Der Mond scheint zu hell, die Hunde bellen dumm rum, die Spatzen sind einfach nur bekloppt und ich muss mich jetzt mühsam um mein Abendbrot kümmern. Ne, ne, ne, da kommt ihr nicht mit durch mit dem ganzen Sammeln von Glücksmomenten. Ich glaube nicht daran.  Alles Lug und Betrug. Mit mir nicht! Und tschüss……….Oh, seht mal, dieser märchenhafte Sonnenuntergang! Da geht heute noch was………Liebste, ich komme!

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