Fitnessprojekt 52 – Woche 50

Fitnessprojekt 52  – Woche 50

Das Projekt 52 Wochen wurde von Zeilende ins Leben gerufen.

Neben ihm machen noch mit:

Zeilende, Marinsche, Multicolorina, Solera1847 und Wili haben das Projekt bereits beendet.

Marinsche

Multicolorina

Solera 1847

Wili

Aktuell noch dabei sind:

Trienchen

365tageimleben

Und so kurz vor Ende des Projektes kam er noch einmal zu mir: Der Schweinehund mit destruktiven Gedankenfuzzis im Schlepptau.

Gut, den Mittwoch lasse ich durchgehen. Es war zu heiß. Aber die gemeinen Gedankenfuzzis hatten mich doch sehr gequält. Sie krakelten, schimpften, machten sich lustig über mich:“Siehst Du, Du wirst sofort wieder fett!“ „Wenn Du nicht regelmäßig gehst, dann ist der ganze Erfolg kaputt.“ „Schwänzerin, Versagerin…“ „Es hat eh keinen Sinn….“

Wirklich, kleine nervige Kerlchen. Meine gütige, innere Vernunft allerdings hatte das Gegenmittel: Sie zeigte hinter sich:“Letztes Jahr war es genauso. Bei Hitze ist es okay nicht zu gehen. Und kleinere Pausen lassen sich nicht vermeiden. So ist da Leben. Und Gertrud geht ja immer wieder hin. Also husch husch, verschwindet.“

Hätten die auch getan, aber dann kam er, der dicke Schweinehund, der sich so lange gut verborgen hat. Er fletzte sich auf mein Sofa, mit einem Buch und viel Schoki. Oh wie gemütlich. Oh wie angenehm. Ich habe ja schon lange nicht mehr gelesen. Oh, ich kann ja Morgen gehen. Oh wie schön das hier ist. Ich bleibe, habe keine Lust mich zu bewegen. Muss auch mal locker sein….

Aber, Ihr lieben Leser*Innen, ich konnte dem nicht nachgeben! In der 50 Woche nicht einmal zum Training? Das  geht ja gar nicht. So war ich wegen Euch, meine Motivator*Innen, dann doch im Studio.

Und es war sooooo gut…..

 

 

 

 

 

 

Lähmend Freudstolzsturz

Lähmend Freudstolzsturz

Ordnung verschwand unter dreckigen Geschirr, Müll und umhergeworfenen Klamotten. Dabei war sie schon dabei, es zu können.

Doch immer wenn sie Freudstolz in sich fühlte und mit ihm tanzend in den Frühling wehte, immer dann schrumpfte es dahin.

Und bewegeungslos sah sie zu, wie ihr alles entglitt….was sie vorher in den Händen zu halten glaubte.

Aber, so überlegte sie, ist das nicht das Leben schlecht hin? Ordnung-Chaos-Ordnung-Chaos………

Muss sie nur in dem einen leben? Konnte sie nicht hin und her springen, es nehmen, atmen und trotzallem liebenswert sein?

Ordnung-Chaos-Ordnung-Chaos…….

Gehörte nicht beides zu ihr, in ihr, um sie herum ohne zu lähmen?

Beruhigt, das es ist wie es ist, räumte sie den ersten Pulover gefaltet in den Schrank.

Fitnessprojekt 52 – Woche 49

Fitnessprojekt 52  – Woche 49

Das Projekt 52 Wochen wurde von Zeilende ins Leben gerufen.

Neben ihm machen noch mit:

Zeilende, Marinsche, Multicolorina, Solera1847 und Wili haben das Projekt bereits beendet.

Marinsche

Multicolorina

Solera 1847

Wili

Aktuell noch dabei sind:

Trienchen

365tageimleben

Wow…..Woche 49. Eine lange Zeit. Und jetzt sind es nur noch wenige Wochen, und das Projekt ist beendet. Dieses Projekt hat mich kurzzeitig genervt….das Aufschreiben, die Suche nach Themen….aber langfristig hat es mir viel Halt gegeben. Der Sport war eine Art Konstante, und ist es noch immer.

In dieser Woche habe ich feststellen müssen, das mir der Kraftteil einfach zu lang ist. Ich brauche (mit warten auf ein freies Gerät) eine Stunde. Das ist zuviel. Ende Juni bekomme ich einen neuen Trainingsplan.

Aber davon abggesehen: An den meisten Geräten werde ich besser. Und ich kann sogar manchmal improvisieren. Und in den heiligen Hallen bin ich nun auch angekommen, also auch geistig. Mein Training ist nicht einfach. Ich kämpfe am Seilzug, und beim vierten Durchlauf zittern mir die Arme. Inzwischen traue ich mich zu schnaufen und ein angestrengtes Gesicht zu machen. Ich gehe auch herum. Und werfe dem Seilzug böse Blicke zu. Um dann die Herausforderung anzunehmen.

Noch schlimmer die Schulterkräftigungmaschine. Die mag ich so gar nicht. Ich habe mich von 10 mal pro Durchlauf auf 12 gesteigert beim leichtesten Gewicht. Auf 15 (vier Durchgänge) möchte ich es bringen, bis ende Juni. Ich mag den nicht, den Gerät. Grrrrrrrrrrrrr. Und dennoch gehe ich immer wieder hin. Pirsche mich an.

Und dann sind da meine Lieblinge, die ich spielerisch beherrsche….naja inzwischen auch nicht mehr. Aber meine Tigerin in mir zeigt die Krallen.

Beine dehnen….Du meine Güte, ist das unangenehm. Aber: Jede Woche bin ich beweglicher.

Weshalb gehe ich gerne hin? Das frage ich mich, wenn ich das hier lese.

Weil ich hinterher einfach gut drauf bin. Weil ich inzwischen wirklich sowas wie eine Sportlerin geworden bin. Weil die Herausforderung meines Trainers an mich einfach Impulse setzt die ich brauche. Weil ich, wie ich finde, mich gut schlage.

Meine Figur ist nicht völlig eine andere geworden. Aber sie strahlt etwas aus, was mir gefällt. Und alles habe ich selbst geleistet. Dann kommen natürlich Gedanken, die mir nicht gut tun: Du hättest mehr abnehmen können, wennn…..Du hast aber dicke Schenkel……

Diese Gedanken lache ich freundlich an. „Hey“, sage ich, „hey schaut doch mal her: Fühlt doch mal! Das fühlt sich gut an!“

Wenn ich dann Cyberastrid begegne, dann merke ich, dass ich mich die Sterne wirklich hochgekämpft habe. Zwei Sterne fordert mich nicht mehr wirklich. Bei drei Sternen bin ich angekommen: Ich trete, ich schnaufe. Und ich schaffe es. Und ich kann es. Und ich liebe es. Ich traue mich auch hier laut zu schnaufen, wenn es anstrengend ist. Warum nicht? Das machen andere Sportler auch.

Ich bin nicht mehr die immer lächelnde Gertrud, nein, ich bin die abgekämpfte, schnaufende, rotleuchtende, stolze Sportlerin.

Die immer noch gerne ißt. Sogar Lebensmittel, die angeblich verhindern, dass der Bauch abnimmt. Jawohl.

So war diese Woche 49.

Wahrheitslüge

Wahrheitslüge

Schon als kleines Kind wusste Ines nie, was ihr Vater von ihr wollte. Sie wusste nie, ob seine roten Worte nicht in Wirklichkeit blau seien, oder umgekehrt.

Sie wuchs in einem Wust von unerfindlichen Worthülsen auf, konnte den Bestand nicht klar erkennen.

Und so gelang es hier noch heute nicht, wenn sie es mit einem Mann zu tun hatte, seine Worte zu erkennen. Log er? Sprach er die Wahrheit? Wie sollte sie das herausfinden?

Grundsätzlich glaubte sie alles und gar nichts. Unerträglich. Und jedes Abenteuer ins Vertrauen endete mit einem Fiasko.

Gibt es ein Rezept? fragte Ines sich. Gibt es eine Möglichkeit die Worte zu sortieren, einzuordnen? Gibt es einen Garant für die Wahrheit? Blieb Wahrheit Wahrheit oder wandelte sie sich in eine Lüge…..Gaben Lügen halt und enthielten einen Kern der Stabilität?

Ines verzweifelte an diesen Fragen, und Tante Ratlos wurde immer gewaltiger.

Schon als Kind lebte Ines in einer Familie der Lügen, in denen Wahrheit eingewebt schillerte. Aber gelernt, gelernt mit Worten von Männern umzugehen, hatte sie nie.

Und sie wußte nicht, was sie tun sollte.

Tante Ratlos

Tante Ratlos

Immer dachte Paula, Tante Ratlos sei schmächtig, hackigudndürr. Deshalb staunte sie nicht schlecht, als das rosige, runde bergdick Weib vor ihr stand. Turmhoch ragte diese auf, ließFrageblicke durch die Gegend fliegen. Diese verfehlten Ausrufezeichen um Meterweite. Nicht eines traf es.

Paula stand im Schatten der mächtigen Knie und versuchte das Gesicht zu erkennen. Doch Tante Ratlos beschäftigte sich viel zu sehr damit, den Ausrufezeichen aus dem Weg zu gehen.

Paula fühlte sich doch ein wenig verwirrt. Denn sie selbst brauchte nur ein wenig geschickt zu greifen um eine Antwort zu bändigen.

Der Herr, ihr gegenüber streichelte ihr sanft das Herz.Um es dann zu brechen mit Lüggewalt.

Paula suchte Schutz, doch Tante Ratlos beachtete sie nicht. Nie mehr würde ihr das passieren schwor Paula.

Und es passierte. Noch 100 mal. Ein Herr streichelt ihr sanft  das Herz und bricht es dann.

Oder umgekehrt: Paula brach auch so manches männliche Herzstück.

Was also tun? Tante Ratlos schien ja die Ausrufungszeichen nur zu verfehlten.

Und Paula war es satt immer und immer den selben Kreis zu fühlen. Den selben Pfeil brennend herauszureißen aus der Seele.

Und so wagte sie sich aus den Schatten. Fühlte ein Flüstern, das ihr schaudern machte, Angst einjagte….dem sie folgen musste.

Fitnessprojekt 52 – Woche 48

Fitnessprojekt 52  – Woche 48

Das Projekt 52 Wochen wurde von Zeilende ins Leben gerufen.

Neben ihm machen noch mit:

Zeilende, Marinsche, Multicolorina, Solera1847 und Wili haben das Projekt bereits beendet.

Marinsche

Multicolorina

Solera 1847

Wili

Aktuell noch dabei sind:

Trienchen

365tageimleben

 

Zumba…..ja ich war mal wieder da.

Und meine Wechseljahreshormone tanzten mit, weil der Trainer sehr, sehr ansprechend war. Und ich mich sehr, sehr disziplinieren musste um mich auf meine Tanzschritte zu konzentrieren. Ich kann sie nicht….hopste und hüpfte vergnügt mit. Obwohl ich dachte, dass ich Kondition habe, kroch ich innerlich auf allen Vieren…..

Zumba bringt etwas in mein Training, was mir doch fehlte: Leichtigkeit und Spaß. Mein Selbstbewußtsein ist tatsächlich größer geworden, weil ich sehr auf das achtete, was ich schaffe. Und wenn mir die Bewegungen doch etwas abenteuerlich erschien, führte ich sie eben sanfter aus. Und wie toll es sich anfühlt, wenn ich dann doch plötzlich in der Gruppendynamik die richtigen Schritte setzte….

Nun mache ich also zweimal die Woche Kraft-Ausdauer und einmal Zumba….Zumbazumbazumba…schwingt die Hüften, kreist die Beine….

 

Mein Sohn

Mein Sohn

Vor einiger Zeit schrieb ich meine zwiespältigen Gefühle auf, die meinen Sohn betreffen.

Vor einiger Zeit sprach ich mit ihm und fragte, ob es für ihn okay geht, wenn ich über seine geschlechtliche Wandlung schreibe. Er sagte ja, weil er es selber macht.

Und ich bin so erleichtert, weil ich es so wichtig finde zu erzählen, nicht nur für mich. Sondern vielleicht auch für diejenigen, die in einer ähnlichen Lage sind.

Mich freut es endlich sagen zu können, das meine Traurigkeit und mein Abschied von meiner Tochter, die er war, sich gewandelt haben.

Seit er Hormone nimmt, und sich Gesicht und Stimme ändert, kann ich es immer mehr für mich annehmen: Ich habe einen erwachsenen Sohn.

Und erst jetzt wird mir bewusst, welch schwierigen Weg er noch vor sich hat. Denn falls es mal zur Operation kommt, ist es weit aus schwieriger als wenn ein Mann sich in eine Frau wandelt.

Ansatzweise verstehe ich ihn jetzt. Er erzählte wie schlimm es ist, in den Spiegel zu schauen, sich als Junge zu fühlen und einem Mädchen entgegen zu blicken.

Mir geht das so mit meinen Barthaaren, die jetzt stärker werden. Die empfinde ich als männlich und sie stören mich. Das ist zwar nicht wirklich zu vergleichen, aber es hilft mir, mich in meinen Sohn einzufühlen.

Und ich erzähle meinen Freunden und Bekannten immer mehr von meinem Sohn. Mein Sohn.

Ich habe einen Sohn.

Und ich bin so stolz.

Es ist einfach wirklich wieder mal wie ein Wunder: Traurigkeit, Verzweiflung, Wut, Zorn ausgesprochen in Wort und Bildern verwandeln sich.

Ich hatte so ein schlechtes Gewissen wegen den Gefühlen. Aber sie waren da.

Und jetzt sind sie gewichen. Ich kann ihn in meinen Arm nehmen. Ich kann ihm wirklich beiseite stehen.

Mein Sohn.