Morgens, 5.00 Uhr

Ich bin wohl wahnsinnig. Ich verschenke eine halbe Stunde Schlaf. Und das, obwohl ich chronische Schlafschwierigkeiten habe.

Aber ich probiere mal wieder etwas aus.  Habe gelesen, dass es doch sinnvoll wäre, Freizeit vor die Arbeit zu verlegen. Eigentlich müsste ich, wenn ich um 7.00 Uhr aus dem Haus gehe, um 4.00 aufstehen. Aber das schaffe ich nicht.

So stehe ich jetzt um 5.00 Uhr statt 5.30 auf. Obwohl es doch nur eine halbe Stunde früher ist, sehe ich nur 5.00 Uhr.

Ich springe aus dem Bett, um den Wecker mit den scheußlichen Zlingeln zu erreichen. Um meine Ohren zu schonen. Dann stehe ich wankend vor Müdigkeit und ohne Geisteskräfte herum.

Verfluche mein Projekt. Schlaftrunken wie ein Zombie schlurfe ich durch die Wohnung. Und so langsam erreichen die einen oder anderen Gedanken mein Ich.

Und da so viel Zeit ist, kann ich mich in Ruhe fertig machen. So langsam werde ich wach. Und siehe da….ich erledige was ich erledigen wollte.

Bin streng mit mir, weil ich doch eine Stunde für meine Freizeitgestaltung erwirtschaften wollte, schaffe aber nur eine halbe.

Und dann grinse ich.

Wieder dieser Perfektionismus. Wieder dieses nicht Zufriedesein. Wieder diese Strenge.

Erinnere mich an die hektischen Morgende, an denen ich zu spät aufstand und in Panik geriet. Fluchtartig aus dem Haus sprintete und in eine ungemütliche Wohnung abends zurückkehrte.

Klar, ich muss jetzt früher ins Bett. Schlaf habe ich nur lkaum mehr.

Rechne mir vor, dass ich mehr arbeite als Freizeit habe….um mir dann zu sagen:

An den Wochenenden bin ich total schlapp. Unter anderen wegen chronischer Übermüdung. Deshalb verläuft Freizeit mit rumhängen.

Was habe ich jetzt erreicht?

Zumindest unter der Woche gestalte ich meine Zeit bewußt. Und habe ziemlich viele Erfolgserlebnisse, wenn ich mir erlauben würde, diese zu feiern.

Ich bin dann focussierter und konzentrierter. Die halbe Stunde, die ich für mich habe. Ich bin entspannter wenn ich aus dem Haus gehe. Ich plane besser, und das als ADHSlerin. Das darf ich nicht vergessen.

Als Autistin und ADHSlerin brauche ich einfach mehr Ruhe. Und ich schaffe es, mir diese Zeit für das Wochenende zu verschaffen.

Indem ich tatsächlich den Großteil der Hausarbeit unter der Woche mache. Indem ich Termine einhalte. Indem ich nicht hektisch Angst habe etwas zu vergessen. Indem ich bewußt die halbe Stunde er-lebe.

Ja, es lohnt sich um 5.00 Uhr aufzustehen.

Eine halbe Stunde Lebensqualität pro Tag…..eine halbe Stunde, die mit in den Tag geht.

Ich hätte nie gedacht, dass mir das gefallen würde. Früher aufzustehen.


3 Gedanken zu “Morgens, 5.00 Uhr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s