Was bedeuten Ringe?

Was bedeuten Ringe?

1.

Ehrlich jetzt, willst Du dich wirklich wieder binden? Also, für mich wär das ja nix. Ich habe die Ehe hinter mir. Einmal reicht mir völlig. Und so ein Papier kann doch nicht wirklich die Beziehung festigen, das geht auch ohne.

Ehrlich jetzt, willst Du Dich auf jemanden einlassen, den Du kaum kennst? Hast Du denn nicht gelernt aus dem, was Du erlebt hast? Erst alles supertoll und dann das böse Erwachen. Daraus musst Du doch gelernt haben.

Ehrlich jetzt, Du bist so verzweifelt, dass Du Dich jedem an den Hals wirfst? Warte doch ab, nimm Dir Zeit. Lerne ihn doch ersteinmal kennen.

Ehrlich jetzt, bist Du wirklich so wahnwitzig es wieder und wieder zu versuchen? Aber komm dann nicht bei mir an wenn es wieder nichts wird.

Ehrlich jetzt, hast Du mal an Dein Kind gedacht? Es lernt ständig neue Männer in Deinem Leben kennen, die dann verschwinden. Hast Du denn gar kein Verantwortungsgefühl?

 

2.

Ja, ich weiß das alles. Ich führe ja den gleichen Dialog mit mir. Vernunft sagt mir alles das, was Du mir sagst.

Aber mein Herz, mein Herz spricht eine andere Sprache. Es sagt mir, dass ich es nur herausfinden kann, wenn ich ausprobiere. Dass ich mich nicht so vergiften lassen soll vom erlebten Diaster.

Das ich der Liebe eine Chance geben sollte. Dass mir nichts passieren kann.

Mein Herz sagt mir, dass es mein Leben ist. Und ich daran glaube, dass es noch einmal Liebe für mich geben wird.

Mein Herz glaubt an die Ehe, an die Bedeutung in der Tiefe der Seele. Mein Herz spürt das Versprechen, das in diesen Ringen steckt.

Mein Herz hat sein Herz schon längst umarmt.

Würde

Würde

Klein gewachsen, getreten und zerrupft.

Faltig, eingebeuelt,verschrumpelt.

Würde die Würde das zulassen,

dann würde die Würde ihr heiliges Angesicht verlieren.

 

Das kleine Mädchen, die reife Frau und die lebgewordene Alte aber sind die Hüterinnen. Schon seither und immer.

Würde die Würde diese nicht haben, dann würden die Hüterinnen zerfallen.

Aber, und so ist es:

Im Kreis des Schutzes und Lichtes

steht

unverletzt

die Würde.

Und die Hüterinnen feiern ein Fest.

Sprechblasen

Sprechblasen

Sprecht mit mir…..ich sehe Euch…..ich fühle Euch….doch die Botschaft will sich nicht einstellen.

Wie taub geh ich zu Euch…es ist verschwunden, der Weg zu Euch. Ich stehe hinter einer Wand….weiß dass ihr da seid. Doch schon lange habt ihr nicht mehr mit mir gesprochen.

Hauchzart fühle ich die silbernen Fäden, welche immer da sind. Welche durchfließen mit goldener Kraft. Immer wieder suche ich die Verbindung.

Doch, abgebrochen, nicht mehr da.

Sprecht mit mir, ich brauche Euch.

Zumba mit meiner Tochter

Zumba mit meiner Tochter

Seit drei Wochen geht sie mit mir, meine Tochter (geboren mit Downsyndrom)

Sie ist inzwischen ein Teenager geworden und sie tanzt so gerne. So entschied ich mich, sie probeweise mit zum Zumba zu nehmen. Und nun ist sie Mitglied im Fitness-Studio.

Über jede  „Kleinigkeit“ ist bei ihr große Freude angesagt. Die eigene Trinkflasche. Die neuen Turnschuhe. Die Jogginghose.

Etwas schwieriger war die Sache mit dem Haargummi. Ich konnte sie nicht überzeugen, aber eine  junge Frau aus dem Kurs war überzeugender.

Meine Tochter hat sich inzwischen etwas von mir gelöst. Sie suchte sich die junge Frau als Vorbild und Mittänzerin aus. Sie steht bei ihr, klatscht mit ihr ab und eifert ihr nach. Ich wies die junge Frau darauf hin, falls ihr meine Tochter zu nahe kommt (auch räumlich), soll sie es ihr ruhig sagen. Doch diese lachte mich nur freundlich an. Und ich ging beruhigt wieder auf meinen Tanzplatz.

Eine andere Frau schlägt mit meiner Tochter regelmäßig ab und wurde beim Abschied umarmt.

Zwischendrin holte meine Tochter selbst neues Wasser aus der Halle und kam mit stolz erhobenen Schultern zurück.

Besorgt streicht sie mir über meine Stirn, weil ich so schwitze. Wir lachen gemeinsam über unsere lahmen Beine. Und zwischendurch improvisieren wir Tanzschritte.

Und was mache ich, die Mutter: Sie tanzt Zumba, wird etwas besser, freut sich und ist befreit. Und berührt. Und stolz. Wie meine Tochter sich die Welt erobert. Wie die Frauen auf sie zugehen.

Ein Herz weitet sich, mein Mutterherz.

Abschied….mein Schüler geht in sein erwachsenes Leben

Abschied….mein Schüler geht in sein erwachsenes Leben

Es ist soweit: Noch eine Woche und 2 Tage, dann wird mein Schüler entlassen. Und nicht nur er, alle 10klässler gehen. Dies war meine erste Schulbegleitung, seit drei Jahren bin ich dabei. 3 Jahre habe ich mit meinem Schüler gearbeitet…..und natürlich auch mit den anderen.

Sie sind mir alle ans Herz gewachsen. Jeder und Jede haben schon feste Pläne, was sie machen werden.

Der Abschied fällt mir schwer. Auf der einen Seite freue ich mich, wie sich die jungen Menschen entwickelt haben. Auf der anderen Seite werden sie mir fehlen.

Auch von dem Lehrerteam muss ich mich verabschieden. Sie bleiben an der Schule, ich werde sie sehen, aber nicht mehr mit ihnen zusammenarbeiten. Weil ich die Oberstufe verlasse. Auch hier Freude und Tränen. Denn ich habe erfahren wie es sein kann zu arbeiten, wenn Wertschätzung an erster Stelle steht.

Und meine Schulbegleiterkolleginnen werden auch in andere Klassen gehen.

Ich bin stolz und glücklich auf meinen Schüler, der den Drang hat, sein eigenes Leben zu leben.

Ich bin stolz auf die jungen Menschenschen, die ihr Leben in die Hand nehmen ohne sich von ihren Handycaps beirren zu lassen. So große Herzen. Viel durfte ich von ihnen lernen. Viel von Symphatie und Wärme durfte ich entgegenehmen.

An der Abschiesfeier brauche ich viele Taschentücher. Tränen der Traurigkeit und Freude und Rührung.

Und dann ist schon ein Teil meines Herzens bei meinem neuen Schüler, seinen Mitschülern, meinen neuen Kollegen. Ich darf an dieser Schule bleiben.

Und ein neues Abenteuer wird beginnen.

Tschakka

Jetzt

Jetzt

Im Augenblick zählt, was ist….was jetzt ist….

immer wieder holt sie mich ein, die Vergangenheit, umschlingt mich mit ihren Armen.

Dann hilft es die Sinne zu  öffnen und die Gegenwart einzuatmen.

Und plötzlich ist es anders….

Und plötzlich ist es anders….

….schon glaubte ich für mich nicht mehr daran. Und Angst umschlingt mich in einem Augenblick, in dem ich singen müsste….singen möchte….singen will.

Ich nehme die Angst an meine Seite. Sie ist meine Begleiterin. Aber die Sängerin in meinem Herzen, die hat jetzt ihre Zeit.

Denn plötzlich ist es anders: Er steht ihr gegenüber, reicht mir sein Herz und sein Gefühl.

Und die Sängerin schmettert ihre Glücksarie in den Himmel…..sie dreht sich und tanzt…..und gibt ihre Hand.

Ein Paar, sie sind ein Paar. Der Mann und die Frau, Er und Ich……und Worte fehlen mir (mal wieder) um dem Ausdruck zu geben, was in mir ist.

Als ob ein Käfig seine Tür geöffnet hätte: frei und leicht, schwebend und wärmend….die Farbe Rot verbindet sich mit Blau…..es ist alles und es ist nichts…..der Blick wandert anders durchs Leben. Die Sinne öffnen sich……..eine Blume gleich entfaltet sich meine Seele in der Sonne seiner Blicke. Und endlich….endlich kann ich es auch geben, fühlen, sein: Liebe.

Jetzt, in diesem Augenblick!