Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 9/10

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 9/10

Da sitze ich neben meinem Wäscheberg, noch ganz außer Atem von meinem Abwasch-Marathon, um positiv über meine Erfolge zu schreiben.

Und schon witschert mir mein Gehirn dazwischen. Es erzählt mir, was so gar nicht gelaufen ist. Es zeigt mit bebenden Fingern auf all die unerledigten Staubberge und Unterlagen. Es lacht hämisch.

Normalerweise wird in Ratgebern ja empfohlen, sich mental die schöne Wohnung vorzustellen. Sozusagen als Belohnung vor dem aufräumen, als Ziel.

Bei meinem Gehirn funktioniert diese Methode nicht. Also muss ich mir etwas anderes ausdenken.

Oh nein, brüllt die Autistin, nichts neues mehr. Ich mag nicht, ich will nicht….

Und überhaupt, Du kannst das Projekt vergessen, flüstert mein Gehirn, denn  es ist gar nicht die 10 Woche. Du hast Dich verzählt….deshalb kannst du alles in die Tonne kloppen.

Also, liebe Leser*innen, so freudig umgeben von demotivierenden Stimmen sitze ich hier am Lappi, um Euch zu erzählen, was funktioniert.

Ihr könnt auch lesen, wie mein Selbstboykott funktioniert. Automatisch. Da brauch ich gar nichts zu tun.

Deshalb fasse ich folgende Beschlüsse:

  1. Perfektionismus: Der wird einfach ignoriert. Weil ich nichts perfekt, gründlich oder sonstwie geregelt kriege. Und deshalb lautet das Motto: Lieber unperfekt als gar nicht.
  2. Erschöpfung: Ich nehme mir immer, immer zuviel vor. Und bin dann plötzlich erschöpft, weil ich meine Kräfte nicht so wirklich einschätzen kann. Deshalb gilt: Ich werde immer nur weniger schaffen als geplant. Auch das ist mehr als gar nichts.
  3. Handylisten: In meinem Memo des Handys lagern einige Listen, die ich erfolgreich im Alltag einsetze. Einkaufsliste, was noch zu erledigen ist, Projekte. Der Vorteil: Keine herumfliegenden Zettel. Ich kann jederzeit löschen oder neues hinzufügen. Für den Einkauf klappt es hervorragend. Besser eine Liste funktioniert, als gar keine.

Also, ich kann mir mental zwar vorstellen, wie meine Ziele aussehen. Aber bei mir funktioniert es nicht in dem Sinne, als das Energie frei gesetzt wird. Im Gegenteil, es belastet mich, weil ich sehe, was dafür noch alles zu tun ist.

Also wird diese Methode für mich umgestaltet, so das mein Autisten-ADHS-Gehirn Energie freisetzt:
Ich stelle mir mental vor, was ich zuletzt erledigt habe. Ich rufe das gute, stolze Gefühl hervor, das ich hatte.

Und was soll ich sagen? Es funktioniert. Ich schreibe meinen Beitrag, der nicht ansatzweise so ist, wie ich ihn gern hätte. (Besser nicht so gut als gar nicht.) Ich mache beim Abwasch Pause. (Lieber angefangen als gar nicht). Meinen Perfektionismus lasse ich meckern. (Lieber halb so gut als gar nicht.)

Ich akzeptiere meine Unzulänglichkeit. (Mein Gehirn lacht sich schlapp, weil es weis, das ich es gerne akzeptieren würde, aber nicht wirklich tue…)

Diese Woche hat sich bei mir bewährt:

  • Konzentration auf Papierkram. Zwei Steuererklärungen erledigt und geschieden worden.
  • akzeptieren meiner niedrigen Kraftreserven
  • Neues Sprudelgas gekauft
  • Auf e-Zigarette umgestiegen: Weniger Müll und Dreck
  • Kontakte gepflegt

Ich finde das ist doch auch etwas. Und es gibt mir Kraft zu wissen, dass ich auch den Wäscheberg wegräume. Wichtig ist: Alles in Ruhe und Entspannung zu machen. Sobald ich in Hektik gerate schaltet mein Hirn auf Panik. Aber davon erzähle ich heute nicht.

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Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 7/8

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 7/8

Die Zeit verfliegt….und mir kommt es so vor, als käme ich nicht voran.

Deshalb möchte ich etwas ändern. Und zwar meine eigene Bewertung auf das, was ich schaffe. Meinen Blick umlenken. Denn ich sehe fast nur das, was ich nicht hinkriege. Was noch getan werden muss….und das frustriert unglaublich. Und läßt mich innehalten.

Deshalb möchte ich heute ausschließlich die kleinen Dinge beschreiben, die mir kontenuierlich gelingen. Vielleicht gibt mir das Mut und Motivation.

 

Ja…also….ich schiebe mal die Tausend Gedanken an das, was nicht gut ist, beiseite. Hallo, ihr Gedanken, laßt mich doch mal durch….verdammt, ich sehe doch hinter Euch etwas glänzen.

Da will ich hin.

Danke!

Also was hat sich in den letzten Wochen bewährt:

Die Anschaffung des Sprudelmachers. Echt super. Ich habe immer genug im Haus, und vor allem keine leeren Flaschenberge mehr. Ich habe meistens eine Flasche Wasser im Kühlschrank. Leergut bringe ich immer sehr Zeitnah weg, wenn welches anfällt. Das war also eine Gute Sache, die bisher funktioniert.

Ich habe es geschafft, meine Blumen auf dem Balkon regelmäßig mit Wasser zu versorgen. Auch das ist für mich eine Leistung, die ich mir nie zugetraut hätte.

Kleinigkeiten die mir in den Blick fallen wegräumen….auch das gelingt mir. Das fällt zwar nicht so auf, verhindert aber noch mehr Chaos.

Der Staubwischer ist mein Schatz und Herzstück. So habe ich schnell einen sauberen Boden….ohne viel Arbeit. Und ich spare Wasser und Reinigungsmittel. Und es macht Spaß. Und er ist nicht so laut.

Ich schaffe regelmäßig meine Wäsche. Darauf kann ich ebenfalls stolz sein.

Was Papierkram angeht: Auf dem letzten Drücker, aber ich schaffe es immer. Also sollte ich an diesem Punkt mal schauen, wie ich mich da entstressen kann. Wahrscheinlich akzeptieren, dass es auf dem letzten Drücker gemacht wird ohne mit mir zu hadern.

Mein Dosensystem für Lebensmittel ist sowas von super. Ich merke quasi gar nicht wie ich die neu befülle, schnell wieder wegstelle und super einfach beim kochen finde und verwende. Eine gute Entscheidung war das!!

Unter der Woche bin ich zur Zeit noch zu müde um etwas zu schaffen. Aber wenn ich Energie habe, dann fluppt es. Vor allem die Sache, mehrere Kleinprojekte gleichzeitig zu machen. Wenn die Energie da ist, dann habe ich Spaß dran. Das ist wichtig zu wissen: Wenn keine Energie da ist, dann sollte ich nicht mit mir hadern sondern es akzeptieren.

Wenn ich Besuch habe, dann schaffe ich es, dass es einigermaßen okay aussieht. Darauf kann ich mich verlassen. Wenn ich allein bin, und es chaotisch ist, hilft dieses Unglücklichsein darüber nicht. Ich kann mich auf mich verlassen, das ich einen Weg finde. Und für Besuch zumindest schon einen guten Zustand der Wohnung habe.

Ich habe außer der Rreihe mein Auto durch den TÜV gebracht.

 

So, das ist doch schon mal was, finde ich. Und beim schreiben merke ich, wie schwer mir das fällt, mein Augenmerk darauf zu richten, was wirklich gut ist.

Meine Ansprüche und Ziele an mich möchte ich herunterbrechen, damit ich AD(H)Slerin es bewältigen kann. Und einfach viel, viel weniger Stress und Anstrengung habe.

Jetzt, da ich schreibe, stürzen alle Unfähigkeiten auf mich ein. Vor allem meiner Tochter gegenüber, die ich kaum in ihrem Bedürfnis nach Ordnung unterstützen kann.

Aber, ich richte meinen Blick weg von den Unfähigkeiten, für die ich ja nichts kann. Mein Blick auf meine Stärken. Auf meinen kreativen, lebensfreudigen Geist. Vielleicht sollte ich mich doch als kreative, chaotische Künstlerin fühlen, welche das Chaos als Muse begleitet?

Ein cooles Bild.

Damit verabschiede ich mich für heute…….und gehe mit meiner Muse ein wenig plaudern.

 

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 5/6

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 5/6

Ich bin so frustriert, weil es mir nicht gelingt eine Grundordnung zu halten. Bevor ich Besuch bekomme oder wenn meine Tochter da ist, dann funktioniert es ein wenig.

Aber Langszeitprojekte, wie jeden Tag den Kaffeeautomaten zu reinigen, gelingen einfach nicht. Das ist AD(H)S typisch. Und das macht mich traurig. Das das Chaos so mühelos gelingt macht mich traurig. Das ich keine Idee habe, wie ich mit weniger Stress Behördenkram erledigen kann, macht mich traurig.

Ich muss für mich und meine Tochter Termine machen….ich schaffe das nicht. Es ist mir klar wie es geht, aber das Umsetzen will nicht. Auch das ist AD(H)S.

Und dennoch sind mir Kleinigkeiten gelungen: Ich habe mir mein Frühstück für die Arbeit gemacht. Ich habe zwischendurch abgewaschen. Ich räume Kleinkram, den ich sehe weg. Die Wäsche gelingt mir.

So waren also die letzten 14 Tage.

Heute möchte ich über meine neuste Anschaffung erzählen:

Tara! Tara! Tara:

Mein Wischsauger!!

Mit diesem Teil kann ich saugen und wischen in einem Arbeitsgang. Nur unter den Betten nicht….da muss ich herkömmliche Arbeit leisten.

Aber dieses Teil ist genial. Weil es die Arbeit so leicht macht und drei Arbeitsgänge in einen zusammenfaßt. Und es funktioniert.

Was allerdings AD(H)S mäßig eine Falle ist: Es ist ein Akkusauger….und ich muss lernen, wann ich ihn auflade. Damit er immer bereit ist. Sonst habe ich wieder diese Endloskette: Ich müsste den Küchenboden saugen-wischen. Der Akku ist leer. Den müsste ich aufladen….und schon sind drei Wochen ins Land gegangen.

Aber heute war es alles in Ordnung. Natürlich mache ich jetzt nicht immer alles gründlich. Also Möbel wegschieben und so. Aber die Wirkung ist toll.

Der Verbrauch von Wasser und Reinigungsmittel sinkt rapide. Nun bin ich gespannt wie ich den Wischi im Alltag nutze!

 

 

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 4

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 4

Ihr Lieben,

im Grunde hatte ich eine gute Woche. Mir ist es tatsächlich gelungen einen gewissen Stand der Ordnung zu halten.

Aber, aber, was ich so fies finde: Setze ich einen oder zwei Tage aus, dann bricht sofort das Chaos über mich herein.

 

Es ist im Augenblick, da ich hier schreibe, für mich kaum möglich zu entscheiden, wo und wie ich anfangen soll. Ich habe so einiges behördliches zu erledigen, der TÜV steht an, mit meiner Tochter muss ich zum Arzt, ich selbst muss Termine machen, und und und.

Einige Versuche, mir Überblick zu verschaffen, angefangene Projekte, 1000 Ideen und keine Möglichkeit für mich eine Auswahl zu treffen. Das sind wohl die AD(H)S Probleme, die sich mir da präsentieren. Selbst dieses Projekt, darüber zu schreiben, scheint mir zu viel, zu lästig.

Dennoch habe ich mich entschieden, genau über diese Schwierigkeit zu berichten. Eine Lösung habe ich für mich nicht, aber ich sehe auch nicht daran vorbei.

Wisst Ihr was am meisten nervt? Ich suche jeden Tag irgendetwas, weil ich nicht weiß, wo ich es hingelegt habe. Zwar bin ich nicht mehr in  Panik, denn meistens taucht es irgendwo wieder auf, aber es kostet Kraft und Energie.

Dabei weiß ich was ich tun müsste….das Umsetzen ist das Problem. Das langfristig dran bleiben. Weil dann die Langeweile zuschlägt. Weil es dann soviel Kraft und Energie kostet…..Und das Chaos selbst nervt auch.

Vorgestern hatte ich einen Ausflug unternommen, der war superschön. Aber ich hatte mich übernommen und am nächsten Tag lag ich flach. Glaubt Ihr, wieviel Chaos sich ausbreitet wenn ich so kaputt bin? Und wieso ist es einfacher, leichter Choas anzurichten als Ordnung zu halten?

Bin grimmig mit mir selbst….und genau da liegt der Fehler. Denn ich kann ja nichts dafür. Deshalb sollte ich lieber freundlich mit mir sein. Mit mir einen Kaffee trinken und einfach irgendwo weiter machen.

Und das habe ich getan. Deshalb habe ich diesen Beitrag geschrieben….

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 3

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 3

Hallo Ihr Lieben,

es ist erstaunlich wie schnell so eine Woche rumgeht. Und ich habe so viele Tiefen und Höhen erlebt wie selten.

In Bezug auf mein Projekt: Das Planen des Kofferpackens sowie diesen Umzusetzen umsetzen, die Wohnung noch ordentlich machen….all dies hat sehr viel Kraft gekostet. Letzendlich kamen wir 2 Stunden später los als geplant. Aber das Gefühl, die Wohnung in einen schönen Zustand zurück zu lassen, war einfach göttlich.

Mir ist es in der Woche gelungen, fast jeden Tag abzuwaschen und eine gewisse Grundordnung zu halten. Da hat mir der Gedanke, die Aufräumprojekte in Minieinheiten einzuteilen wirklich sehr geholfen. Hier mal ein Glas weggeräumt, dort mal gefegt….

Auch das Packen und die Wohnung in Ordnung wieder abzugeben hat mit Hilfe meines Sohnes super geklappt. Wir waren eine halbe Stunde vor Termin fertig.

Gut war, das ich Thementaschen hatte: Spielzeug, Schwimmzeug, Koffer meiner Tochter, mein Koffer…..wir haben unter der Woche immer alles dort wieder hineingelegt und ersparte mir das sonst übliche Suchen. Ein neues Gefühl.

Aber das Beste war: Ich musste eine Pfandgebühr für den Ofen und Herd abgeben. Wenn ich ihn im guten Zustande wieder übergebe, würde ich das Geld zurückbekommen. Und nun ratet mal: Habe ich das geschafft? *grinsbreitgrinsgrinsgrins*

 

Mein heutiges Thema:
Dosen für Lebensmittel

Ich kann mir denken, dass für viele von Euch alles was ich hier schreibe selbstverständlich vorkommt. Für mich aber sind es wirklich neue Erkenntnisse, die ich tatsächlich umgesetzt habe. Und am letzteren ist es oft gescheitert. Sowie ich erfahren habe eine AD(H)S Problematik.

Irgendwie kam ich auf die Idee, meine Gewürze in eine Dose zu stellen, welche dann im Schrank verschwindet. Nun ist das Kochen viel einfacher. Ich entnehme die Dosem dem Schrank, stelle sie neben dem Herd…..rausnehmen, reinstellen, zurück in den Schrank. Fertig. Kein langes suchen mehr. Huiii….das geht so einfach? Hallo, weshalb bin ich da nicht schon längst drauf gekommen?

Mehl, Zucker, Salz, Kaffe, Getreide….alles in Dosen. Sieht hübscher aus, hält die Schränke sauber. Allerdings kostete die Vorbereitung dafür Zeit und Energie: Was brauche ich für Dosen? Wann fange ich damit an….etc.. Das habe ich in meiner neuen Art gemacht: Ich nehme mir drei bis vier kleinere Projekte vor, die ich dann Schrittweise umsetze, während ich von einem zum anderen springe. Und das macht mir sogar Spaß.

Hinterher bin ich erstaunt, was mir dann so nebenbei noch gelingt, ohne dass ich darüber nachdenke. Der Kühlschrank ist abgetaut und gereinigt, die Blumen von alten Blättern befreit, der Rest der Pfandflaschen verschwunden….

Was allerdings ein riesiges Problem für mich ist, sind Projekte die länger Dauern, langweilig sind oder Denkvermögen benötigen. Zum Beispiel will ich schon lange bestimmte Fotocollagen machen, einige Reinigungsarbeiten sind nicht schnell zu erledigen, die Steuererklärung wartet…..

Darüber werde ich diese Woche sinnieren und vor allem ausprobieren. Wertvolle Tips habe ich meinem Sohn zu verdanken, der sich schon lange mitAD(H)S auseinandersetzt.

Vor 2 Tagen sind wir zurück aus dem Urlaub. Mit meiner Stückelungs-Multitakingprojekt-Methode ist es mir gelungen, die Koffer ausgepackt, die Wäsche gewaschen, den Herd gereinigt, die Blumen versorgt und alles weggeräumt zu haben…

Bin sehr zufrieden was das angeht. Zumindest die Ordnung ist für mich okay….jetzt geht es an die Reinigung. Und an dem System so zu arbeiten dass ich es wenigstens teilweise auch umsetzen kann wenn ich wieder arbeite.

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 2

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 2

So Ihr Lieben,

da habe ich ja eine ordentliche Woche hingelegt. Alles was ich letzte ich letzte Woche überlegt habe konnte ich umsetzen.

Und etwas konnte ich an mir beobachten: Je kleiner mein Vorhaben war, je besser ich es umsetzen konnte, desto mehr schaffte ich. Als ob die einzelnen Schritte Wellen ausbreiten, ähnlich einem Stein, den man ins Wasser wirft.

Also: Um eine Ersatzpatrone und Flasche zu bestellen, musste ich etwas auf meinem Konto erledigen. Dann hatte ich Platz für meine Backsachen, weil ich die leeren Flaschen entsorgte. Das wiederum Platz für meine Gewürze schaffte……

Für Leergut habe ich mir nun folgenden Kniff überlegt: In meinem Auto steht eine Einkaufskiste. Wenn ich eine leere Flasche haben sollte, stelle ich diese vor meine Tür. Und diese wird beim nächsten Gang zum Auto mitgenommen. Meistens kaufe ich damit ein und kann so die Flaschen bequem loswerden. Mal schauen ob es funktioniert.

Mein Projekt für diese Woche heißt:

Kofferpacken planen und diesen packen.

Ich sage Euch, das war wirklich anstrengend. Während ich sonst Panik vor der Organisation hatte und diese deshalb verschob bis zum letzten Augenblick, um dann gehetzt zu packen, lief dies heute anders.

Mit meiner Tochter und ich fahren eine Woche an die Ostsee…..Morgen geht es los.

Da ich weiß, wie anstrengend für mich das Überlegen einer solchen Planung ist, nahm ich mir dafür genügend Zeit. Ich setzte mich an meinen Tisch, 2 kleine Zettel und einen Stift vor mir. Auch das musste von mir vorher genau überlegt werden.

Und dann schrieb ich die Dinge auf die meine Tochter braucht, und dann für mich….und dann noch das, was sonst noch anliegt.

Und dann machte ich eine große Pause mit einem Smoothie, räumte ein bißchen rum.

Um endlich mit meiner Tochter sehr konzentriert zu packen, streng nach Liste. Das hat Kraft gekostet. Aber jetzt sitze ich hier schreibend am Tisch, wir sind so gut wie fertig.

Auf einem Zettel steht, was wir morgen noch einpacken müssen. Auf einem anderen steht, was ich noch erledigen muss.

Allerdings habe ich meine Kraft überschätzt. So dass wir morgen später fahren.

Ich lerne immer mehr über mich und wie ich ticke.

Und ab Morgen geht es in den Urlaub.

Am Ende der Woche geht dann dieses Projekt in die 2.Phase: Packenvorbereiten und packen für die Rückfahrt….ähnlich strukturiert wie heute. Toi toi toi!

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 1

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 1

Ihr Lieben,

mein ganzes Leben lang leide ich unter meiner Unfähigkeit Ordnung und Sauberkeit zu halten. Die Scham darüber ist unbeschreiblich groß.

Seit einigen Monaten weiß ich, dass ich mit dem AD(H)S geboren wurde. Und viele Erwachsene mit AD(H)S haben gleiche oder ähnliche Probleme wie ich. Das ist erst einmal eine Erleichterung. Ich bin nicht doof oder dumm….es liegt an meiner Veranlagung.

Seit einiger Zeit nehme ich Medikamente, die mir helfen. Aber die Einstellung muss noch justiert werden. Aber dadurch fiel mir erst auf, wie ich eigentlich denke und ticke….und unter wieviel Stress ich immer stand.

Was die Ordnung angeht….da beschreibe ich einmal an einem kleinen Beispiel, wo die Schwierigkeit bei mir liegt: Müll runterbringen.

Ich sehe also den Eimer und weiß, er muss geleert werden. Aber mir gelingt das Handeln nicht. Dafür gibt es sogar ein Fachbegriff. Also…ich sehe den Eimer, weiß das ich handeln muss…kann es nicht. Und ich sehe nicht nur den Eimer, ich sehe die ungeputzten Fenster, den Abwasch, den Boden……..ich kann also nicht auswählen und bin erschlagen vom Berg an bevorstehender Arbeit.

Das ist einem Menschen, der das nicht kennt, unmöglich zu erklären. Hinzu kommt die Schwierigkeit, alltägliche Tätigkeiten regelmäßig zu machen, weil sie unglaublich langweilen. Auch das ist nicht verständlich rüber zu bringen.

Die Ironie ist, das mir das Strukturieren für meinen Schüler gar nicht schwer fällt.

Also, jetzt geht es noch weiter. Ich ringe mich durch den Müll runterzubringen…..dann muss ich jeden einzelnen Schritt, der dazu nötig ist überlegen: Hausschuhe ausziehen, Schuhe anziehn, den Schlüssel mit nehmen, die Tüte rausholen. Jeder einzelne Schritt muss gepalnt werden. Und zwar bei allem was ich tue. Jetzt weiß ich auch, weshalb ich oft so müde bin.

Durch die Medis bin ich in der Lage, den Müll zu sehen, mich zu entscheiden, und einfach handeln. Ohne irgendeine Überlegung.

Mein lebenlang leide ich unter meiner Unordnung und den Schmutz. Ich habe viele Strategien versucht, viele Ratgeber gelesen, meine Freundinnen beobachtet….nichts hat mir wirklich geholfen. Und jetzt komme ich zu meinem Projekt:

Durch mein Fitnessprojekt 52 Wochen ist es mir gelungen, das Fitness-Studio in meinen Alltag zu integrieren. Die viele Beschäftigung mit dem Thema und das Schreiben hier hat mir dabei sehr geholfen.

Und das versuche ich jetzt mit der Ordnung. Ich hoffe mir ein System zu erarbeiten, das für mich sinnvoll ist. Auf mich zugeschnitten. Und die einzelnen Schritte durch die Beschäftigung und durch das Schreiben von mir verinnerlicht werden.

Wie genau ich das umsetze wird sich noch entwickeln. Aber heute fange ich mit dem Sodasprudler an.

Woche 1

Problem: Bei mir sammeln sich unendlich viele Pfandflaschen an. Kistenweise. Weil ich sie nicht regelmäßig wegbringe.

Ordnungsidee: Ich habe mir einen Sodasprudler angeschafft. Damit fallen die meisten Pfandflaschen weg.

Was ist noch zu beachten:

Ich brauche eine zweite Patrone.

Ich muss herausfinden wo ich die Patronen tauschen kann.

Ich brauche eine 2. große Flasche.

Ich muss ein System finden, die restlichen Pfandflaschen wie Cola etc, regelmäßig zu entsorgen.

Umsetzung:

Der Sprudler ist angeschafft. Und ich bin ganz glücklich. Eine große und eine kleine Flasche waren dabei. Eine von beiden steht immer mit gekühltem Wasser im Kühlschrank, so dass ich immer für Nachschub sorgen kann.

Nächste Woche besorge ich mir eine neue Patrone und eine große Flasche. Da ich nächsten Sonntag erzähle, hoffe ich, dass es mir hilft, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Für die übrigen Pfandflaschen habe ich noch keine Idee. Ich hoffe sie kommt mir noch.

Den Platz, an dem sonst die Kisten mit den Pfandflaschen standen, kann ich nun für andere Sachen benutzen, die sonst in der Küche irgendwie herumstanden: Schüsseln, Backsachen usw.

 

So Ihr Lieben. Damit startet mein Projekt: Achtung, fertig, los……