Gerade mein Thema….dort bin ich beschrieben

Ich fand in diesem Internetz einen tollen Blogpost (Link) darüber, warum erwachsene Menschen mit ADHS oft das Gefühl haben, nicht so ganz in Gruppen, Firmen, Freundeskreise hinein zupassen. Er ist allerdings auf Englisch, aber weil ich mich so darin wiederfand, habe ich beschlossen die Punkte aufzugreifen und halb frei zu übersetzen, halb meine eigenen Erfahrungen […]

über 10 Gründe, warum Menschen mit #ADHS oft ’nicht ganz reinpassen‘ — @FrauMaja

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 2

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 2

So Ihr Lieben,

da habe ich ja eine ordentliche Woche hingelegt. Alles was ich letzte ich letzte Woche überlegt habe konnte ich umsetzen.

Und etwas konnte ich an mir beobachten: Je kleiner mein Vorhaben war, je besser ich es umsetzen konnte, desto mehr schaffte ich. Als ob die einzelnen Schritte Wellen ausbreiten, ähnlich einem Stein, den man ins Wasser wirft.

Also: Um eine Ersatzpatrone und Flasche zu bestellen, musste ich etwas auf meinem Konto erledigen. Dann hatte ich Platz für meine Backsachen, weil ich die leeren Flaschen entsorgte. Das wiederum Platz für meine Gewürze schaffte……

Für Leergut habe ich mir nun folgenden Kniff überlegt: In meinem Auto steht eine Einkaufskiste. Wenn ich eine leere Flasche haben sollte, stelle ich diese vor meine Tür. Und diese wird beim nächsten Gang zum Auto mitgenommen. Meistens kaufe ich damit ein und kann so die Flaschen bequem loswerden. Mal schauen ob es funktioniert.

Mein Projekt für diese Woche heißt:

Kofferpacken planen und diesen packen.

Ich sage Euch, das war wirklich anstrengend. Während ich sonst Panik vor der Organisation hatte und diese deshalb verschob bis zum letzten Augenblick, um dann gehetzt zu packen, lief dies heute anders.

Mit meiner Tochter und ich fahren eine Woche an die Ostsee…..Morgen geht es los.

Da ich weiß, wie anstrengend für mich das Überlegen einer solchen Planung ist, nahm ich mir dafür genügend Zeit. Ich setzte mich an meinen Tisch, 2 kleine Zettel und einen Stift vor mir. Auch das musste von mir vorher genau überlegt werden.

Und dann schrieb ich die Dinge auf die meine Tochter braucht, und dann für mich….und dann noch das, was sonst noch anliegt.

Und dann machte ich eine große Pause mit einem Smoothie, räumte ein bißchen rum.

Um endlich mit meiner Tochter sehr konzentriert zu packen, streng nach Liste. Das hat Kraft gekostet. Aber jetzt sitze ich hier schreibend am Tisch, wir sind so gut wie fertig.

Auf einem Zettel steht, was wir morgen noch einpacken müssen. Auf einem anderen steht, was ich noch erledigen muss.

Allerdings habe ich meine Kraft überschätzt. So dass wir morgen später fahren.

Ich lerne immer mehr über mich und wie ich ticke.

Und ab Morgen geht es in den Urlaub.

Am Ende der Woche geht dann dieses Projekt in die 2.Phase: Packenvorbereiten und packen für die Rückfahrt….ähnlich strukturiert wie heute. Toi toi toi!

Suska

Suska

Ein wunderbarer neuer Blog….eine wunderbare Sportgeschichte…ich liebe Sie!

Wechsel-Zeiten

Suska schwitzt auf dem Laufband. 30 Grad Hitze draussen soll es werden, es ist Samstag, sie hat Spätdienst, sie hat keine Lust, alle anderen fahren an den See, sie muss nachher in die Klinik, arbeiten gehen.
Das Fitnesstudio ist leer, nur eine ältere Frau sitzt auf dem Bauchtrainergerät und tut NICHTS! Suska schaut grimmig, das wäre ihr nächstes Gerät, auf das sie müsste.
“ Jetzt beweg dich, Omma!“ denkt sie.
Manchmal erträgt Suska keine Menschen, da will sie nur ihre Ruhe. Sie will diese quengelnden Kinder im Supermarkt an der Kasse nicht sehen und hören, und sie wird sauer, wenn vor ihr jemand seelenruhig , obwohl die Kassiererin fertig ist, erst einmal seine gekauften Waren in die mitgebrachten Taschen verstaut, bevor er nach seinem Geldbeutel sucht. Und dann, völlig entspannt- sagt: Ich glaub, ich hab es passend. Und  kramt und sucht und zählt, und letztendlich: „Na, leider, da fehlen noch…

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Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 1

Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 1

Ihr Lieben,

mein ganzes Leben lang leide ich unter meiner Unfähigkeit Ordnung und Sauberkeit zu halten. Die Scham darüber ist unbeschreiblich groß.

Seit einigen Monaten weiß ich, dass ich mit dem AD(H)S geboren wurde. Und viele Erwachsene mit AD(H)S haben gleiche oder ähnliche Probleme wie ich. Das ist erst einmal eine Erleichterung. Ich bin nicht doof oder dumm….es liegt an meiner Veranlagung.

Seit einiger Zeit nehme ich Medikamente, die mir helfen. Aber die Einstellung muss noch justiert werden. Aber dadurch fiel mir erst auf, wie ich eigentlich denke und ticke….und unter wieviel Stress ich immer stand.

Was die Ordnung angeht….da beschreibe ich einmal an einem kleinen Beispiel, wo die Schwierigkeit bei mir liegt: Müll runterbringen.

Ich sehe also den Eimer und weiß, er muss geleert werden. Aber mir gelingt das Handeln nicht. Dafür gibt es sogar ein Fachbegriff. Also…ich sehe den Eimer, weiß das ich handeln muss…kann es nicht. Und ich sehe nicht nur den Eimer, ich sehe die ungeputzten Fenster, den Abwasch, den Boden……..ich kann also nicht auswählen und bin erschlagen vom Berg an bevorstehender Arbeit.

Das ist einem Menschen, der das nicht kennt, unmöglich zu erklären. Hinzu kommt die Schwierigkeit, alltägliche Tätigkeiten regelmäßig zu machen, weil sie unglaublich langweilen. Auch das ist nicht verständlich rüber zu bringen.

Die Ironie ist, das mir das Strukturieren für meinen Schüler gar nicht schwer fällt.

Also, jetzt geht es noch weiter. Ich ringe mich durch den Müll runterzubringen…..dann muss ich jeden einzelnen Schritt, der dazu nötig ist überlegen: Hausschuhe ausziehen, Schuhe anziehn, den Schlüssel mit nehmen, die Tüte rausholen. Jeder einzelne Schritt muss gepalnt werden. Und zwar bei allem was ich tue. Jetzt weiß ich auch, weshalb ich oft so müde bin.

Durch die Medis bin ich in der Lage, den Müll zu sehen, mich zu entscheiden, und einfach handeln. Ohne irgendeine Überlegung.

Mein lebenlang leide ich unter meiner Unordnung und den Schmutz. Ich habe viele Strategien versucht, viele Ratgeber gelesen, meine Freundinnen beobachtet….nichts hat mir wirklich geholfen. Und jetzt komme ich zu meinem Projekt:

Durch mein Fitnessprojekt 52 Wochen ist es mir gelungen, das Fitness-Studio in meinen Alltag zu integrieren. Die viele Beschäftigung mit dem Thema und das Schreiben hier hat mir dabei sehr geholfen.

Und das versuche ich jetzt mit der Ordnung. Ich hoffe mir ein System zu erarbeiten, das für mich sinnvoll ist. Auf mich zugeschnitten. Und die einzelnen Schritte durch die Beschäftigung und durch das Schreiben von mir verinnerlicht werden.

Wie genau ich das umsetze wird sich noch entwickeln. Aber heute fange ich mit dem Sodasprudler an.

Woche 1

Problem: Bei mir sammeln sich unendlich viele Pfandflaschen an. Kistenweise. Weil ich sie nicht regelmäßig wegbringe.

Ordnungsidee: Ich habe mir einen Sodasprudler angeschafft. Damit fallen die meisten Pfandflaschen weg.

Was ist noch zu beachten:

Ich brauche eine zweite Patrone.

Ich muss herausfinden wo ich die Patronen tauschen kann.

Ich brauche eine 2. große Flasche.

Ich muss ein System finden, die restlichen Pfandflaschen wie Cola etc, regelmäßig zu entsorgen.

Umsetzung:

Der Sprudler ist angeschafft. Und ich bin ganz glücklich. Eine große und eine kleine Flasche waren dabei. Eine von beiden steht immer mit gekühltem Wasser im Kühlschrank, so dass ich immer für Nachschub sorgen kann.

Nächste Woche besorge ich mir eine neue Patrone und eine große Flasche. Da ich nächsten Sonntag erzähle, hoffe ich, dass es mir hilft, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Für die übrigen Pfandflaschen habe ich noch keine Idee. Ich hoffe sie kommt mir noch.

Den Platz, an dem sonst die Kisten mit den Pfandflaschen standen, kann ich nun für andere Sachen benutzen, die sonst in der Küche irgendwie herumstanden: Schüsseln, Backsachen usw.

 

So Ihr Lieben. Damit startet mein Projekt: Achtung, fertig, los……

Eine Schattenseite der Schulbegleitung

Eine Schattenseite der Schulbegleitung

So einige Male habe ich von meiner Liebe zu meinem Beruf erzählt. Aber es gibt da auch etwas, was mir so gar nicht gefällt und an die Nieren geht. Das ist der teilweise Umgang vom Ämtern und Arbeitgebern mit uns Schulbegleitern.

Wenn ich meine Kolleg*Innen beobachte, sehe ich engagierte Menschen, die über das, was sie tun müssten, hinaus arbeiten. Und mit Seele dabei sind.

Die meisten bekommen nur Jahresverträge. Das heißt, sie wissen oft nicht, wie es nach den Ferien für sie weitergeht. Und das ist sehr belastend. Und wie ich finde ein Unding im Umgang mit Menschen.

Dieses Jahr musste ich miterleben, wie zwei Kollegen von ihren Schülern getrennt wurden, ohne das mit Ihnen vorher gesprochen oder sie mit einbezogen wurden. Noch schlimmer, ein Kollege wurde von seinem Schüler getrennt, damit sie ihm keinen Festvertrag geben müssen. (Nach drei Jahren hätte ihm einer zugestanden.)

Auch in meinem Fall wurden Entscheidungen für mich gefällt, ohne dass jemand mit mir gesprochen hätte. Warum eigentlich? Ich weiß es nicht.

Ich gehöre zu den wenigen, die einen Festvertrag haben. Deshalb kann ich mit ruhigen Gefühl in die Ferien gehen. Aber die Spannung, die die Kolleg*innen haben, die nicht wissen wie es weitergeht, ist so heftig.

Dann werden wir Schulbegleiter in zwei Gruppen eingeteilt: Fachlich und Nichtfachlich. Die Nichtfachlichen erhalten die Hälfte des Gehaltes. Das ist eine Unwürdigung ihrer Arbeit, die stark im pflegerischen Bereich ist. Viele Kollegen müssen einen Nebenjob machen um ausreichend Geld zu haben.

Darüber bin ich sauer. Wir leisten eine gute und wichtige Arbeit.

Das musste ich jetzt mal loswerden.

Power Plate, Kinesis oder was mein neuer Trainer sich für mich ausgedacht hat

Power Plate, Kinesis oder was mein neuer Trainer sich für mich ausgedacht hat

Seit einem Jahr bin ich ja im Fitness-Studio. Und mein neuer, inzwischen dritter Trainer, hat sich für mich etwa Neues einfallen lassen.

Kennt Ihr Power-Plate? Das ist so ein Gerät, da stellt man*frau sich drauf und wird durchgerüttelt. Das sieht sehr, sehr einfach aus. Bewundert habe ich das Ding schon länger. Darauf stellen sich dann Sportler in unterschiedlichen Verrenkungen und werden durchgeschüttelt.

Harkan, mein Trainer, kennt sich mit diesem Plategedöns aus. Er hat mir einige Übungen zusammengestellt. So dass ich insgesamt 20 Minuten darauf trainiere. Es soll effektiver sein. Und am Ende gibt es eine Massageeinheit, die auch gut fürs Lymphsystem sein soll.

Ich wage es kaum zu sagen: Aber nach dieser Trainingseinheit bekam ich 2 Tage später starken Muskelkater. Obwohl ich eigentlich fast nur passiv darauf stehe, sitze……

Nach dem Power-Plate gehe ich dann zu Cyber-Astrid. Also einmal die Woche.

Am zweiten Tag in der Woche bin ich an Kinesis-Geräten. Es sind 7 Stationen, ein Zirkel. Angeblich sehr effektiv……und diese Trainingseinheit ist sehr lang. An jedem Gerät jeh zwei Durchgänge, dann 10 Minuten am Crosser, noch mal je zwei Durchgänge und noch mal 10 Minuten Crosser. Danach bin ich erschlagen, k.o.

Brav wie ich bin gehe ich dann noch an die Dehnungsgedönse.

Und dann: Am Powerplaid eine ausgebige Massageeinheit für Rücken und Beine. Alles in allem gut 1 1/2 Stunden.

So sieht es aus. Und Samstags Zumba.

Meine Ausdauer mit Cyber-Astrid ist etwas geschrumpft. Aber mir macht das ganze Spaß.

Es gab ja mal eine Phase, da habe ich überlegt meine Karte zurückzustufen und nur die Geräte zu nutzen. Aber ich bin froh, dass ich das nicht gemacht habe. Denn jetzt nutze ich alle Möglichkeiten im Studio. Kurs, Power-Plaid, Kinesis und demnächst bekomme ich noch einen Zirkel an den herkömmlichen Geräten, zur Auswahl dann.

Jetzt in den Ferien kann ich nicht so regelmäßig hin, zumal ich zwischenzeitlich weg war und die letzten drei Wochen meine Tochter bei mir ist.

Aber auch da wird mir etwas einfallen.

Und noch immer denke ich, mein Impuls damals, mich im Studio anzumelden war richtig. Meine Figur ändert sich sehr langsam…aber stetig. Und das macht Spaß. Und meinem Seelenleben tut es immer noch gut.

Jawohl, tschakka…..