Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 13/14

Also sind schon wieder 14 Tage vergangen. Und jeden Tag mache ich mir geistige Notizen für mein Projekt. Es scheint nicht so zu gelingen wie ich es mir wünschen würde. Der Frust holt mich immer wieder ein. Was einfach nicht gerade Energie bringt.

Aber was ich inzwischen so erfahren habe, sind die meisten ADHSler mit den gleichen Problemen behaftet wie ich. Weil unser Gehirn eben so tickt. Und das scheine ich noch nicht wirklich für mich akzeptiert zu haben.

Wie also Ordnung schaffen, wenn das Systematik verlangt? Ein Bad kann nur sauber sein wenn es sauber gemacht wird. In einem festen Rhytmus. Und genau das ist es, was das ADHS-Gehirn nicht schafft. Aber wie kann ich denn das impulsbevorzugte Gehirn für meine Zwecke nutzen? Da habe ich noch keine wirkliche Idee. Und auch da hilft nur ausprobieren.

Auf jedenfall darf ich mich nicht stressen. Dann klappt gar nichts. Dann vergesse ich noch mehr, gerate in Hektik und alles geht daneben.

Also gehört zur ADHS-Ordnung Entspannung. Entspannt bleiben. Wenn ich abtrockne und mein Handtuch nicht finde, das ich eben gerade noch in der Hand hatte: Nicht ärgern. Sondern tief durchatmen. Irgendwo ist es ja. Um dann gelassen den Blick durch die Küche schweifen lassen bis ich mich erinnere, dass es über meiner Schulter hängt. Weiter machen.

Also wichtig: Entspannung. Langsam. Impulse in einer strukturierten Tätigkeit mit einbauen. Sie dürfen sein. Also abwaschen. Impulsgesteuert das Gewürz wegräumen. Abwaschen. Impulsgesteuert ins Wohnzimmer rennen und nachsehen ob da noch Geschirr steht….und den Pulover in die Wäsche räumen. Dann eine Idee in den Lappi schreiben. Und 15 Minuten später durch die Erinnerung getrieben, dass ich abwaschen wollte, wieder in die Küche gehen.

So ungefähr. Also einen groben Plan im Kopf haben mit genug Freiraum für Impulse.

Impulsgesteuert habe ich dann meine Papierausmisten, was ich vor Wochen schon begonnen habe, weiter gemacht.

 

SolcheFotos habe ich schon oft hier reingesetzt. Und bin mal wieder erstaunt wieviel Papier in einen schmalen Schrank passt. Und ich habe Rechnungen von vor 30 Jahren entsorgt….überhaupt viel allten Ballast bin ich losgeworden.

Wahnsinn. Natürlich blieb während der Aktion alles andere liegen. Ich scheine wirklich nur partiell Ordnung schaffen zu können.

Aber als ich dann 7 leere Ordner vor mir stehen hatte wurde mein Herz wieder leichter.

Diesmal habe ich etwas geschafft was mir letzten 2 Jahrzehnte nicht gelungen ist. Endlich habe ich meine Papiere übersichtlich einsortiert. Weil ich es diesmal anders als sonst gemacht habe.

Sonst habe ich Papierhaufen sortiert und in die Ordner getan…mehr oder weniger.

Diesmal habe ich bei den Ordnern angefangen. Sie geleert und neuen Funktionen zugeordnet. Jetzt habe ich ein Ordner für meine Kinder, einen für meine Texte, einen für Miete, einen für Versicherungen usw.. Also habe ich umgedacht…..und damit einen Erfolg gebucht.

Meine ADHS-Fähigkeit zum Querdenken habe ich erfolgreich für mich eingesetzt. Und nur so wird es funktionieren.

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