Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 11/12

Ich muss grinsen….weil ich nie genau weiß in welcher Woche ich eigentlich bin. Aber in der Überzeugung, dass ich keine Anzeige bekomme, wenn ich mich irre, vertraue ich mal meinem Blick auf den Kalender.

In diesen Ferien habe ich meine Zeit und Ruhe genutzt um auszumisten. Und genau das ist für heute mein Thema:

Mal wieder ist es unglaublich was sich in so einem schmalen Schrankteil alles verbirgt. Noch erstaunlicher ist, dass ich mich an viele Sachen, die ich so finde, gar nicht erinnern kann.

Deshalb freue ich mich auch jedes Jahr auf die Weihnachtskiste, sie birgt immer Überraschungen. *grins*

Das ist übrigen AD(H)S typisch, diese Vergeßlichkeit.

Das Gemeine am ausmisten ist, dass es zunächst noch chaotischer wird. Es stapeln sich Dinge, von denen man gar nicht weiß wohin damit. Zum Glück kann das meiste davon schlicht auf den Müll.

Aber diese Entscheidungen wiederum fallen einem AD(H)Sler auch sehr schwer. Weil er wankelmütig ist. Impulsiv und wankelmütig. Das erleichtert nichts.

Im Zimmer meiner Tochter ist noch mein alter Kleiderschrank. Ich möchte dort alles herausholen was mir gehört. Und dafür muss ich neuen Platz schaffen. Also stapeln sich jetzt in ihrem Zimmer Sachen auf dem Boden und in meinem Wohnzimmer ebenso. Weil ich dort mindestens ein Regal lehr räumen muss.

Ich bin ja aber auch Autistin. Die wiederum möchte alles ordentlich haben. Und so arbeiten diese beiden Seiten tatsächlich mal Hand in Hand. Die strukturierte Autistin und die Querdenkende AD(H)Slerin.

Allerdings haben beide gemeinsam, dass sie ihre Kräfte überschätzen. Deshalb sitze ich jetzt mit einem Kaffee am Lappi und schreibe, in der Hoffnung, das ich die Berge noch wegräume, welche sich da stapeln.

Noch etwas habe ich rausgefunden. In meiner Arbeit mit einem AD(H)Sler durfte ich in den letzten Wochen lernen, das ich ihn nur durch Belohnungen motivieren kann. Und denkte Euch, genau dieses Prinzip wende ich an mich an.

In diesem Fall: Wenn ich fertig bin, dann darf ich ins Sportstudio.

Schön an solchen Aufräumaktionen ist auch, dass ich so manch verlorenen Schatz wiederfinde. Zum Beispiel meine Kamera, die ich vor meiner Tochter versteckte. Und nicht wiederfand.

In dem Urlaub habe ich meine Wohnung auf einen passablen Stand gebracht, wenn ich mich nicht damit beschäftige, was ich nicht geschafft habe. Diese Ecken speichere ich unter noch zu erledigen, lasse mich aber nicht mehr von dem Sog der Lähmung einfangen.

Es ist immer wieder eine Erfahrung, wie frei ich atmen kann, wenn ich ausgemistet habe. Sogar mein Keller ist wieder okay. Und vor dem hatte ich echt Angst.

Genauso vor einer Schublade, die ich heute in Angriff genommen habe. Die konnte ich mit einem Handstaubsauger, welchen ich vergessen und wiedergefunden  habe, gut reinigen.

Das Beste ist, das meine Tochter jetzt auch anfängt auszumisten.

So Ihr Lieben, heute ist tolles Wetter! Ich wünsche Euch einen wirklich schönen Tag!


5 Gedanken zu “Projekt 52 Wochen: Erwachsenen AD(H)S Ordnung – 11/12

  1. Oh ja das liebe Ausmisten. Man muss es tun und wenn man es geschafft hat, dann fühlt man sich irgendwie erleichtert. Aber einfach ist es nicht immer, denn mit einigen Dingen verknüpft man auch schöne Erinnerungen. Diese kann man dann nicht einfach so entsorgen. Aber man findet immer etwas, was eigentlich zum Müll gehört und das muss dann auch endgültig weg.
    Liebe Grüße
    Astrid

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