Stolz

Nachdem ich Gestern in Tiefen der „Ich-versage-immer“ Höhlen verbracht habe, kam ein Gedanke zu mir. Er schüttelte den Kopf, weil ich mich so gerne in dem Schlamm der eigenen-ichmachmichschlecht“ Pfütze suhle.

Gedanke holte mich da raus, wie eine strenge Mutter, wischte mich sauber und schickte mich nach draußen. Ich solle spielen, meinte er nur und schüttelte den Kopf, nicht ohne ein „tstststststs“ zu seufzen.

Und hier, an der frischen Luft und dem herrlichen Wetter kam dann noch jemand vorbei, jemand, den ich mich nie zu betrachten traue. Weil man es nicht tut. Weil es sich nicht gehört. „Eigenlob stinkt“ hat sich doch tief verankert.

Aber Stolz baute sich vor mir auf. „Ich bin es leid immer im Versteck leben zu müssen. Deine heimliche Eigenschaft zu sein!“ tadelte Stolz mich. Und dann stellte er den Laptop vor mich auf und sagte:“Jetzt erzähle den lieben Leser*Innen mal von mir.“

Auffordernd setzte Stolz sich hin, und ich zögerte. Denn „Eigenlobstinkt“ türmte sich als bedrohliche Wolke auf, zuckte mit Blitzen und drohte mir. Doch Stolz saß aufrecht da ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. „Ich gehöre genauso zu Dir wir alles andere. Du bist nicht nur Versagen. Du bist mehr. Und nun….leg los.“

Meine Finger sind zunächst sehr widerspänstig, meine Ideen zierten sich….doch dann………

Ich bin stolz.

Das ich mit Anfang 50 in das Nichts sprang. Aus einer Ehe heraus, nach 17 Jahren Hausfrauensein, hinein ins Berufsleben. Ich bezog eine kleine Wohnung, nur mit Matratze, zwei Stühlen, einem Bügelbrett, einem Wecker und einem Wasserkocher.

Ich wechselte meinen Beruf und fand meine Berufung. Schulbegleitung erfüllt mich. Meine Wohnung ist eingerichtet, ich habe einen Festvertrag.

Ich habe mit dem Fitness-Studion angefangen. Da fand ich einen Halt, einen Spaß und ein Hobby, was mich festigt.

Ich habe mein Leben eingerichtet, mit meinen Kindern.

Ich bin stolz, einen kleinen Blog zu betreiben.

Ich bin stolz zwei Freundinnen zu haben.

Ich bin stolz, lustig, lebensfroh und oft albern zu sein.

 

Stolz stand auf, klopfte mir anerkenend auf die Schulter. Und um mich herum wurde die Wolke kleiner, das Licht sanfter und Gedanke strahlte.


21 Gedanken zu “Stolz

  1. Ich bin so froh, dass Stolz und Gedanke sich zu Wort gemeldet haben.Es gab mal diese Aktion: Haben Sie Ihr Kind heute schon gelobt? Und sind wir nicht alle Kinder und können Lob vertragen. 🌼😘

    Gefällt 1 Person

  2. Alles um dich herum wird im „Stolz“ geprägt.

    Stolz im Berufsleben …
    Stolz gewählte Freundschaften zu haben …
    Stolz darauf Mutter zu sein …
    Stolz lieben zu können …
    Stolz geliebt zu werden …

    Wer nicht wagt der nicht gewinnt …

    Drum hege die Menschen die dich Lieben …
    ob Kollegen, Freunde; Sportliches mit sich auseinander setzen …

    Alles wird zum Spielball von besserem Leben …

    Qualität statt Quantität … 🙂

    Gefällt 1 Person

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