Etwas Plausch aus meinem Schulbegleiterinnenleben

Jetzt habe ich Urlaub. Immer wieder erstaunt es mich, wie ko ich bin. Obwohl diesmal rein arbeitstechnisch nicht viel zu tun war. Aber das kann auch schlauchen.

Mein Schüler geht vor den Sommerferien ab. Unser Ziel (von den Lehrern und mir) war das ganze Jahr über, dass er so unabhängig wie möglich von mir wird.

Dann hatte er zwei Praktika: Eines in einer Werkstatt von der Lebenshilfe und eines an einer Schule für Hauswirtschaft, die einen Förderbereich eingerichtet haben.

Die Loslösung auch für mich beginnt. Zwei Wochen Werkstatt. Nachdem ich so c.a. eine halbe Stunde bei meinem Schüler in seiner Gruppe geblieben bin, merkte ich, dass ich ihn eher störe als helfe. Also bin ich raus gegangen. Nun bestand meine Arbeit darin, im Flur an einem Tisch zu sitzen. Und ihn nur in den Pausen zu begleiten, dass heißt bei der Orientierung zu helfen. Das wars. Zwei Wochenlang.

Es war sehr anrührend für mich zu sehen, wie er stolz mit seiner Gruppe an mir vorbeiging. Wie er allein das Walkingangebot annahm. Wie er sichtlich wuchs und entspannter wurde.

Für mich hieß es: Zwei Wochen Langeweile. Aber: Ich konnte die Atmosphäre dieser Werkstatt in mich aufnehmen. So viele Nachteile und Kritik es geben mag, mir fiel besonders das dynamische, sprudelnde Leben auf. Ein Zuhausgefühl für mich. Und gerade das ist so unmöglich zu beschreiben. Meine Tochter wird später wahrscheinlich auch in einer Werkstatt arbeiten. Und ich finde nach wie vor, dass es nicht die schlechteste Möglichkeit ist.

Ich weiß wie es ist mit Kollegen zu arbeiten, die nicht so ticken wie ich. Deshalb fühle ich mich ja an der Körperbehindertenschule so wohl: Die Kollegen ticken dort wie ich.

Und am ersten Arbeitsmarkt ist es für die Schüler nicht so einfach, Kollegen auf einer Wellenlänge zu finden.

Nach diesen 2 Wochen machte mein Schüler noch an einer Schule für Hauswirtschaft ein vier tägiges Praktikum. Das hieß für mich: Sitzen und nur in der Pause eine Aufgabe haben. Wieder Langeweile.

Aber: Ich war so stolz auf meinen Schüler. Er schafft es ohne mich. Er kann es. Diese Schule war auch für mich interessant, weil es ja eventuell auch für meine Tochter eine Möglichkeit ist. Leider ist es so, dass solchen Projekten viele Gelder gekürzt werden. Da dieses Projekt an einer „normalechn“ Berufsfachschule statt findet, ist es merkwürdig, das soviel gekürzt wird. Soweit zum Thema Inklusion, die dort ja stattfindet.

Und trotz der vielen Langeweile aus einem sehr erfreulichen Grund, bin ich platt und erhole mich so langsam.

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2 Gedanken zu “Etwas Plausch aus meinem Schulbegleiterinnenleben

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