Meine Gedanken über meine Sinnlichkeit und Sexualität

Wenn ich meinen Blog so durchlese, habe ich schon viel von mir und meinem Seelenleben erzählt….aber ich scheine Asexuell zu sein.

Wie kommt das? Wieso mag ich darüber so wenig sagen, zeigen, schreiben? Auch meine Figuren scheinen mit der Erotik nicht soviel zu tun zu haben.

Dabei bin ich eine überaus sinnliche Frau.

Wenn ich aber zurückschaue, ist da etwas mit mir passiert, was ich im nachhinein schrecklich finde.

In ganz jungen Jahren konnte ich mich ausleben. Aber meine erste große Liebe zeigte mir, dass ich nicht sein Frauentyp bin. Nicht schlank genug, nicht blond genug.

Im Laufe der Jahre mit vielen, vielen Erfahrungen, zog ich mich immer zurück im bemühen, meinen jeweiligen Partnern zu gefallen. Bis hin, dass ich in meiner Ehe gar nicht mehr das auslebte, was mir gefiel. Mit dem Ergebnis 8 Jahre völlig asexuell zu sein.

In den letzten 6 Jahren befreite ich mich ein wenig. Und dennoch frage ich mich, wieso ist es so schwierig die eigene Erotik und Sinnlichkeit zu leben?

Als junges Mädchen versteckte ich meinen Körper. Wenn Frau sehr sexuell austrahlend ist, läuft sie immer Gefahr, angemacht oder sogar noch mehr zu werden.

Selbst in den Datingseiten ist es ein Risiko, seine sexuellen Bedürfnisse frei zu äußern. Es reicht ja schon aus, bekannt zu geben, dass frau gerne flirten will. Das führ zu massiven virtuellen Anmachen.

Nun sitze ich also vor meinem Lappi und bin nicht mehr bereit dazu meine eigene Sinnlichkeit zu verleugnen.

Auch meine Schamhaare wurden zum Thema. Ich weiß noch, wie stolz ich war, sie zu bekommen. Ein zeichen meines Fraudaseins. Und so empfinde ich es noch heute. Die Mode, sich intimzurasieren, brachte mir einige für mich unangenehme Situationen.

Jetzt, hier und heute, möchte ich sie nicht mehr verleugnen, meine Sinnlichkeit, meine Erotik, meine Liebe zum Sex.

Allerdings muss ich noch herausfinden, was ich sexy finde. Was mir gefällt. Was ich bin.


48 Gedanken zu “Meine Gedanken über meine Sinnlichkeit und Sexualität

  1. Liebe Gertrud,

    wenn man einem Schmetterling über die Flügel streicht, dann…

    Manchmal scheint es mir mit dem Thema Sex und Erotik ähnlich zu sein; doch jeder nach seiner Fasson.

    Wem will ich etwas zeigen und warum? Und wenn ja, wie viel davon?

    Und wenn ich etwas nicht thematisiere, muß es noch lange nicht heißen, daß ich damit nichts zu tun hätte, oder darüber wenig weiß. 😉

    Ob es eine virtuelle Blasenentzündung gibt? Wer sich zu offen in allem zeigt, der… 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

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  2. Liebe Gertrud, wie wichtig ich dich deinen Beitrag und deine Öffnung finde! Ich danke dir dafür.
    Gedacht dabei habe ich an diesen Artikel von mir: https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/04/wildnatur/ – hier kannst du auch lesen, dass ich mich ein bisschen gewunden habe, meine Freude über die Aufnahme in die Anthologie und den Beitrag darin gleichzeitig zu posten. Prompt tauchte Jemand im Kommentarstrang auf und begann zu flirten und prompt kam er nie wieder 😉
    Ich schmunzel einerseits, es fuchst mich andererseits.
    Einen Roman könnte ich dir zu diesem Thema schreiben, aber ich belasse es jetzt erst einmal hierbei und sende dir herzliche Abendgrüsse, gespannt auf weitere Kommentare hier bei dir!
    Ulli

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    1. Vielen lieben Dank Ulli, ich denke dass ich doch sehr geprägt bin von dem, was die Umwelt als sexy empfindet. Ich aber nicht unbedingt. Und ich denke, es ist als Frau auch nicht ganz ungefährlich offen für ihre Sinnlichkeit zu stehen. Ich denke da zum Beispiel an Vergewaltigungen usw.
      Vielleicht ist es aber so, dass ich mit 53 einfach denke, für mich einstehen zu können.

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  3. Ich gebe in meinem Blog auch nicht viel über Liebe, Lust und Leidenschaft preis. Wenn man von der ein oder anderen Schwärmerei hier und da absieht. Weil ich auch jenseits des Internet nicht mit jedem darüber rede. Und es gewisse andere Themen gibt, die bewusst außen vor sind, über die ich stundenlang schreiben könnte, wenn ich wollte. 😉
    Von daher hat es mich nicht gewundert, es ist doch eher der Normalfall, dass wir in der Öffentlichkeit – und das sind wir hier – nur recht selten über Sex sprechen. Allerhöchstens einmal über Intimrasuren, aber dann über die der anderen oder allgemein. Ich stelle mir zu dem Zweck gern vor, ob ich ein Thema auch in der U-Bahn zur Rush Hour besprechen würde.
    Andererseits ist die Entdeckung der Sinnlichkeit ein spannendes Thema. Ich werde ein Auge drauf halten. 🙂

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    1. Mit Freundinnen rede ich durchaus auch in der U-Bahn über solche Themen. Natürlich habe ich mir genau überlegt, ob ich so offen schreiben möchte. Da ich denke, dass das, was in mir vorgeht, auch ein gesellschaftpolitisches Thema ist, habe ich mich dazu entschlossen.

      Und was das Thema Schamhaare angeht: Mich belastet es, dass diese so abgelehnt werden. Dass es als schön gilt, wenn eine Frau wieder wie ein kleines Mädchen aussieht.

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      1. Vielleicht. Ich meine ja, dass wir Menschen nichts statisches seien und uns ständig wandeln, erneuern, entwickeln. Das macht das Lebendigsein aus. Manchmal können wir uns das mit bestimmten Auslösern erklären und manchmal eben nicht. Wenn du heute den Eindruck hast, dass du lange Zeit deine eigene Sinnlichkeit und Sexualität soweit zurück stelltest, dass du ihr nicht einmal mehr bewusst bist, ist es gut eine neue Annäherung zu versuchen. Sich zeigen bis hin sich zur Schau stellen kann da ja ebenso dazu gehören, wie das voyeuristische. Die Herausforderung besteht darin, achtsam sich selbst, seinen Empfindungen und seinen Empfindsamkeiten gegenüber zu bleiben.
        Ich las in deinem Beitrag auch, dass du dich dabei missverstanden fühlst, bzw. die Reaktionen der Männer in Datingforen nicht deinen Wünschen und Erwartungen entsprechen. Ich würde mich deshalb andernorts ausprobieren, wo es für mich übersichtlicher, geschützter und vor allem mir entsprechender zuginge.

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      2. Auch Dir danke für diese schönen Worte. Die Erlebnisse, die ich in bezug auf bestimmte Männer habe, sind in der Realität ebenso wie in den Datingsseiten. Viele von ihnen sprechen offen über ihre sexuellen Bedürfnisse. Und ich komme dann ins Schweigen.
        Jetzt, da ich anfange selbst darüber zu sprechen, haben sie die Unterhaltungen geändert, auch der Ton. Weil ich jetzt aktiv meine Sprache zu diesem Thema finde.
        Mir wurde mal gesagt, wenn ich ein Mann wäre, dann wären meine Bedürfnisse nichts besonderes. Aber da ich Frau bin, ist es nicht okay. So ungefähr. In dieser Beziehung habe ich mich oft als das falsche Geschlecht empfunden. Und vielleicht damit meinem Sohn nie Weiblichkeit vorleben können.

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  4. Vielen Dank für deine Ehrlichkeit. Jeder wird davon ein wenig angesprochen. Wir brauchen das Thema nicht unbedingt “breittreten”. Das passiert zur Genüge in der Werbung. Die eigene Empfindung zu beschreiben finde ich gut. Das geht auch ohne zu viel preiszugeben.

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  5. Hier, nach diesem Satz „Allerdings muss ich noch herausfinden, was ich sexy finde.“ wäre es spannend geworden … denn als Photograph sehe ich die Herausforderung, Gefühle, sei es Trauer, Erschöpfung, Skepsis oder Freude mit photographischen Mittel auszudrücken. Und lasse mich deswegen gern von Menschen inspirieren.

    Vielleicht kommen von Dir ja noch Anregungen für einen Photographen.

    LG und einen sonnigen Sonntag

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  6. … sehr couragiert von Dir – 😉
    Deinen Sinnlichkeitswandel so offen aus dir heraus zu schreiben –
    hier spricht die Entschlossenheit und das Selbstwertgefühl in Dir – bedenke – dass mit dem *reifer werden* auch die Sinnlichkeit für alle damit verbunden Kriterien – sprich *Liebe – Sex – Kopfgeschichten * sich verändern – die Erwartungen zum Partner – achtsamer und kompromissbereiter im gegenseitigen Umgang der intimsten Gefühle – die man jetzt öffentlich preis gibt – die sexuellen Wünsche werden nicht unbedingt bescheidener – sondern kritischer – auch das Gefühlsleben reagiert einfach anders – intensiver in der Aufnahme und dem Wiedergeben aus dem Herzen heraus – der Wert erhält einen neuen Namen *sich neu entdecken und begehrenswert und sexy zu sein * sich >dem wert zu sein – >was mein *Ich* so wertvoll macht –
    Er dürfen niemals Vergleiche mit früheren Partnern gezogen werden – auch nicht den *gleichen Typ von Mann*suchen – so trägt man schnell einen Anteil am Scheitern der Beziehungen bei – an irgendeiner Stelle werden Fehler gemacht – da sich eventuelle wiederkehrende Verhaltensmuster einschleichen – die man selber herausfinden muss – der Sex sollte keinesfalls als essentielles Thema für irgendeine der Bruchlandungen vorgeschoben werden – obwohl das Verlangen nach körperlichem Sex in der Menopause eine heftigeres ist – als je zuvor – denn die Wechseljahre (Klimakterium) sind etwas sehr natürliches … viele Frauen erleben hier einen zweiten Frühling – ich kam schon sehr früh in die Menopause – noch vor dem 40. Lebensjahr – das ich keinesfalls als Verlust meiner Weiblichkeit empfand –

    Mein Mut mich über mein Gefühlsleben offen im Blog zu äußern – wird von meinem Couragezipfel festgehalten – da ist noch der IHS (innere Schweinehund) den es zu überwinden gibt – mein Freundeskreis würde entsetzt über mich fingerzeigend herfallen – besonders im näherem Familienclan beobachte ich mit kritisch – hochgezogenen Augenbrauen – wie getuschelt und spioniert wird – mein Blog wäre das schmackhafteste Futter dafür – ich habe mich seit des Ableben meines Mannes und meines Sohnes aus der privaten Öffentlichkeit zurückgezogen – sie stürzen sich wie Geier über jede meiner publizierten Herzensgeschichten und vermuten dahinter eine virtuell Beziehung – *Banane* 😉

    nun ist mein Kommentar sehr langatmig geworden – sorry –
    wünsche weiter regen Anteil – denn dieses Thema ist erweiterungsfähig 🙂 anzumerken
    liebe Grüße aus dem Norden Niedersachens … die zuzaly

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    1. Liebe zuzalay,

      ich nehme Deine von Herzen kommenden Worte so gerne an. Ja, den zweiten Frühling empfinde ich auch, so wie Du es beschrieben hast.
      Natürlich ist es für Familie nicht angenehm, so privates zu lesen. Ich würde es auch nicht wollen. Und dennoch….die Worte mussten aus mir heraus. Und wenn dann solch Unterstützung kommt, dann blüht meine Seele auf.

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  7. Ich als Herr fühle mich in unserer deutschsprechenden Gesellschaft weitgehend aufs MannSein reduziert auf Benutzbarkeit, nicht zuletzt und gerade auch von deutschsprechenden Frauen, welche sich als Weib verleugnen, bzw sich verbieten und verbitten, so benannt zu sein.

    Frauen (bedeutet etymologisch Herrinnen) wollen meist nur einen Mann, mit dem Herrn wollen sie nicht mehr viel zu tun haben.

    Und Männer wollen eine Frau, weil sie die Veantwortung lieber den Frauen überlassen, als von der Natur getriebenen Mann sexuellen ( SEX heißt ja wohl Geschlecht, Penis beim Mann, Vagina bei einem Weib) Kontakt mit einem Weib zum Vergnügen oder zur Fortpflanzung zu haben. Das Weib ist zwar auch von der Natur getrieben jedoch periodisch (Zyklus des Eisprungs), der Mann permanent (seine Keimzellen produzieren permanent Milliarden von Spermien, ob er will oder nicht) Doch „Weib“ ist heutzutage ein böses, böses Wort und Herren will man auch nicht mehr (benennen), es sei denn es geht ums bezahlen und rechtliche Angelegenheiten.

    Ist meine Erfahrung meine Kenntnis, meine Sicht und meine Meinung zur Sexualität (Geschlechtsleben) der weiblichen und männlichen Menschen beschränkt durch gesellschaftliche Konventionen.

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    1. Vielenn Dank für diesen Kommentar. Ich weiß nicht in welchem Sinne Du das mit dem Herrn meinst. Ich kann nur von mir sagen, dass ich mit diesem Herr auch nichts anfangen kann. Ich habe es ausprobiert, aber mir fehlte da einfach zuviel. Aber ich glaube, dass ist einfach Neigungssache. Mir reicht der Mann, der mit einer erwachsenen Frau umgehen kann.

      Ich bin ja nun in den Wechseljahren, so dass der weibliche Züklus immer weniger eine Rolle bei mir spielt. Und ich kann Dir sagen, meine Lust wird nicht weniger sondern mehr. Weil es jetzt entspannter ist. Und eventuelle Kinderzeugung einfach keine Rolle mehr Spielt. Das befreit. Es könnte sein, dass das bei Männern anders ist, weil sie ja bis ins hohe Alter Vater werden können.

      Ich finde Weib kein böses wort. Damit verbinde ich Fraulichkeit. Die ich immer mehr empfinden kann, je älter ich werde. Vielleicht auch, weil ich jetzt weiß, das es mehr um das gute Fühlen als um das Aussehen geht. Das spielt tatsächlich keine Rolle mehr für mich, im Gegensatz zu der Zeit als ich jung war.

      Ich verbinde mit Sex übrigens nicht den Geschlechtsakt als solchen, sondern alles: Strreicheln, Blicke, Worte…….

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  8. Meine Frau sagt immer, sie habe nur Lust auf Sex, wenn es ihr wirklich gut geht. Andere Frauen haben glaube ich häufig das Problem, mit sich unzufrieden zu sein. Das hemmt. Überhaupt sind Hemmungen das Gegenstück zur Lust auf etwas. Man muss eben leider Hemmungen überwinden um sich auszuprobieren. Und dann gibt’s da noch die ganzen gesellschaftlichen Hemmnisse, also dass, was andere als Grenzen empfinden – wir sind ja nicht allein auf der Welt. Also eigener Bekanntenkreis = tabu, um sich auszuprobieren. Und doch denke ich, was andere attraktiv und begehrenswert finden, gilt oft auch für mich selbst. Wobei – aus der Männerperspektive gesehen – Lachen und Energie bei einer Frau tausendmal wichtiger ist als die Intimfrisur. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht. Und: Frauen sind anders. Bei Sinnlichkeit assoziiere ich direkt Mr. Darcy und bekomme einen leichten Würgereiz. Nicht wegen ihm sondern wegen dem Gehabe der Frauen aus dem Film, welches Frauen in meiner Studentenzeit ( WG ) als sehr tiefenpsychologisch zutreffend fanden. Oh Gott. Das ist doch nicht die Realität. Wobei die ja ein Mix aus allem ist. Auch blonde Bitches gibt es. Vordergründig attraktiv, mittlerweile aber nicht mehr wirklich für mich. Da ist der „Warnung! Täuschung!“-Alarm stärker als die vermeintliche Anziehung. Aber zurück zum Beitrag: die Frage: was will ich eigentlich ist schon verdammt schwer. Wenn man selber da nie mal unsicher ist. Das hat aber eben mit dem Gehirn zu tun: oft ist das Bekannte der Rückzugsrahmen, weil am einfachsten. Schade, aber es ist wie beim Sport: man muss auch mal über ne Grenze gehen, damit die Endorphine kommen. Oder etwa nicht ?

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    1. Vielen Dank für diesen Beitrag. Mr. Darcy kenne ich nicht, deshalb kann ich dazu nichts sagen.
      Intimfrisur finde ich auch nicht wichtig….aber inzwischen ist es so, dass Männer und Frauen soviel wert darrauf legen, so dass es ein Thema geworden ist. Leider.
      Ob man/frau über die Grenzen gehen muss damit Endorphine ausgeschüttet werden weiß ich nicht. Kann ich mir aber nicht vorstellen, dass das zwingend notwendig ist. Denn das hieße ja, irgendwann wäre Ende mit guten Gefühlen, weil Grenzen erreicht wären….aber ich denke da noch mal drüber nach.
      Ich finde es spannend zu diesem Thema aus Männersicht zu lesen….und noch mal danke!

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