Was macht eine Schulbegleitung eigentlich? Teil 1

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Wenn ich von meinem Beruf erzähle, wird mir oft bewusst, das viele meiner Bekannten nichts damit anfangen können, kein Bild von dem haben was ich da so mache.

 

„Was, Du betreust nur ein Kind?“

„Du hast soviel Ferien.“

„Was machst Du denn mit Deinem Kind?“

 

Zu diesen Fragen kommen oft noch ratlose Blicke.

 

Ich kann das gut verstehen, wer das nicht erlebt, was wir Schulbegleitungen erleben, kann nicht verstehen, weshalb wir abends oft so kaputt sind.

 

Ich möchte von meinem persönlichen Erleben erzählen, also sehr subjektiv.

Viele meiner Kolleginnen betreuen schwerstbehinderte Kinder. Dazu gehört viel körperliche Arbeit, weil Pflege und anreichen vom Essen dazu gehört. Sie unterstützen die Kinder mit der Kommunikation, ermutigen sie zur möglichen Selbstbestimmung und Selbstständigkeit. Allein das ist schon enorm viel, was geleistet wird. Denn dazu gehört eine ständige geistige Aufmerksamkeit und viel Sensibilität.

 

Ich gehöre zu den Schulbegleitern, die einen körperlich gesunden Jungen begleiten, der mit atypischen Autismus lebt. Er benötigt nicht meine ständige Anwesenheit. Ich halte mich im Hintergrund und bin bei ihm, wenn er mich braucht. Oder wenn ich meine, dass er mich braucht.

Einmal sind die reinen körperlichen Hilfestellungen: Manchmal halte ich ihm den Stift, wenn er zum Beispiel relativ klein schreiben soll. Manche Buchstaben und Zahlen sind noch verkehrt herum. Ich mache ihm in Unterricht durch Mimik und Gestik immer wieder darauf aufmerksam, dass er aufpassen sollte.

In bestimmten Fächern erarbeite ich mit ihm seine Lernaufgaben.

In Sport und schwimmen bin ich nicht bei ihm, das braucht er nicht.

Er hat bestimmtes Material, dass ihm hilft, selbstständig zu sein. Zum Beispiel hat er laminierte Bildkarten, die mit Klettband an seinem Tisch befestigt sind. Diese Karten symbolisieren den Tagesplan: Frühstück, Deutsch, Englisch……….

Jeden Morgen legt er sich seinen Stundenplan. Wenn die Unterrichtseinheit vorbei ist, legt er die Karte in ein Gefäß. So hat er einen Überblick, was zu tun ist ohne mich fragen zu müssen.

 

An dieser Stelle höre ich erst einmal auf zu erzählen….es gibt noch so viel mehr. Ich werde sicherlich noch mehr Beiträge zu diesem Thema schreiben.

 

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19 Gedanken zu “Was macht eine Schulbegleitung eigentlich? Teil 1

  1. Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein sehr anspruchsvoller Beruf ist und man abends hundemüde davon ist. Die ständige Aufmerksamkeit fordert einfach, das sehe ich bei meinem Sohn auch – er ist Gott sei Dank gesund. Ich kann mir aber ausmalen wie es ist, wenn ein Kind noch dazu ein Handicap hat. Toll, dass es Menschen wie dich gibt, die diesem Beruf gewachsen sind 🙂 Ich freue mich auf weitere Teile deines Berichts.

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    1. Genauso ist es….Du hast es gut beschrieben. Ich meine den ersten Teil Deines Kommentars…..ja, wenn ich meine Kolleginnen so erlebe, sie sind besondere Menschen….wahrscheinlich braucht man eine bestimmte Mentalität….ich versuche die zu beschreiben…..

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  2. Ich muss sagen, dass mich der Beruf gerade echt neugierig macht. Ich habe letztens ein Praktikum im Kindergarten gemacht, da ich gerne einen sozialen Beruf hätte. Allerdings fand ich gewisse Aspekte nicht so ansprechend für mich. Daher wollte ich fragen ob ich Teil 2 dieses Beitrags übersehe oder ob dieser noch veröffentlicht wird?

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