Ilse verzweifelt

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„So kann ich nicht arbeiten!“ Ilses verzweifelter Ausruf schwappte durch den Raum, prallte an der Wand ab und sank zum Boden.

Was war geschehen?

Seid die komplexe Geschichte Ilse verlassen hatte und die Ideen umgezogen sind, veränderte sich alles in ihrem Leben.

Die Klicks gingen bei ihr ein und aus. Sie behaupteten, dass über Ilses Laptop Bloglanden leichter zu erreichen sei. Das wiederum bedeutete, das diese nicht immer dann ins Netz konnte, wenn sie wollte, weil die Klicks ihre Arbeit ungestört verrichten wollten.

Gestern zum Beispiel schleppten die Klicks Säckeweise Kommentare heraus um diese in ihren Vorratskammern zu lagern.

Seit einigen Tagen gab es drei Wesen, die Ilse täglich besuchten. Es war ein wuscheliges, kleines Kommentarfollower. Es wieselte gerne über den Schreibtisch. Ihm folgte ein Ding, ein Etwas….also Etwas….das spielte ausgelassen mit Kommentarfollower.

Und wie sollte Ilse da ein Gedicht über Depressionen verfassen, während die kleinen Kerlchen laut lachend um sie herumtollten?

Und immer kam ein Klickskind mit, Klicksie. Das zeichnete sich durch ständige, ohne Pausen machend, klugen Fragenstellereien aus. So beschäftigte sich Ilse mit Wikepedia um Antworten zu finden.

Und das Depressionsgedicht wurde depressiv, weil ungeschrieben.

An diesem Tag des Ausrufes befanden sich Etwas, Kommentarfollower und Klicksie bei Ilse auf dem Schreibtisch. Diese hatte sich fest vorgenommen Depressivgedicht endlich ins Netz zu bringen……

alles war gut vorbereitet: Düstere Musik lief, Vorhänge vorgezogen, Kerze angezündet…..eine melanchonische Stimmung ohne Gleichen, breitete samtene Arme aus.

Ilse versank darin…..ihre Finger wollten schon zu den Tasten greifen und endlich loslegen….als….

Etwas zupfte Ilse am Arm und machte sie auf Kommentarfollower aufmerksam. Es duckte sich zitternd hinter der Kaffetasse, Klicksie versuchte es zu beruhigen.

Angst, es hatte Angst.

Ilse sah sich um, konnte aber nichts entdecken.

Dann hörte sie es auch.

Ein Geräusch.

Ein bekanntes Geräusch, das aus ihrem Laptop kam.

Ein Geräusch, das ankündigte, das jemand zu ihr kam.

Schon jetzt hatte Ilse mehr als genug.

Kommentarfollower quickte auf.

Und dann entstieg ein kleiner Herr dem Laptop, klopfte sich seinen grauen Anzug ab. Und sah zum fürchten aus. Geschmeidig, glatt, höflich…..

Er verbeugte sich vor Ilse und schnippte mit den Fingern.

Hinter ihm tauchte nun ein Schmetterlingsnetz auf, in dem sich kleine, gesundausehende kugelige Wanderer mit Rucksäcken befanden. Das Netz schüttelte sich und die Wanderer verteilten sich auf dem Schreibtisch.

Der kleine Herr zog eine Rechnung aus seiner Innentasche des Anzugs und präsentierte diese Ilse.

„Hier, für meine Bemühungen. Ich habe ihnen 10 Follower eingefangen. Was sehr, sehr mühsam war. Sie schreiben in letzter Zeit ja eher sparsam.“

Ilses Augen weiteten sich….sie konnte noch stammeln: „Wer sind Sie?“

Der kleine Herr zeigte sein kältesten Gesichtsausdruck der ihm möglich war. Die Dunkelheit wurde dunkler, die Follower, Klicksie, Etwas und das Kommentarfollower drängten sich zusammen. Eine Stecknadel weigerte sich zu fallen und gehört zu werden.

Der kleine Herr grinste diabolisch: „Ich bin der Followerjäger!“

Und das war der Augenblick, als Ilse ihren Ausruf tat, voller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.


24 Gedanken zu “Ilse verzweifelt

  1. was bei dir so alles los ist und bei der armen Ilse 😞 ich bin auch gespannt……und Klickskind ist ein sooooo wundervolles Wort!!!! ich moechte hermit um eine Fortsetzung bitten 😉

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