Ich war wieder Praktikantin

Mein Schüler durfte in einem kleinen Dorgeriemarkt sein Praktikum absolvieren. Für einen jugendlichen Autisten eine ordentliche Herausforderung. Und ich durfte ihn begleiten. Als seine Schulbegleitung hatte ich die Ehre einen Einblick in die Arbeitswelt der Verkäuferinnen zu erhalten.

Und bin beeindruckt, von dem, was diese jeden Tag leisten. Mir war gar nicht klar welch Unmengen an Waren aufgepackt, sortiert, bepreist werden müssen.Und wieviele Fragen sie täglich beantworten müssen.

Und ganz ehrlich: Es gibt Unmengen an Schampoos und Cremes, welche sich in den Regalen drängeln.

Wenn ich einkaufe bin ich wohl irgendwie sehr selektiv: Ich steuere mein Shampoo an, welches mir zuwinkt. Alles andere um diesen kleinen Schatz sehe ich gar nicht.

Diese Frauen arbeiten sehr hart. Umsomehr bewegte mich ihre Herzlichkeit mir und meinem Schüler gegenüber. Obwohl sie viel Stress hatten, durfte er in seinem Tempo seine Aufgaben erledigen. Und so wurde sein Praktikum auch mein Praktikum, denn wir arbeiteten zusammen.

Im Schulalltag sind wir nicht soviel zusammen wie in diesem Praktikum. Ich lernte ihn von einer ganz anderen Seite kennen.

Und so wurde am Ende der Woche aus seinem Praktikum partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Die Verkäuferinnen erzählten mir so einiges von sich. Und wieder wurde mir bewußt, was Menschen alles so tragen können und trotzdem, oder gerade deswegen, ihre Herzlichkeit nicht verlieren.

Ich bin Ihnen sehr Dankbar, das ich dabei sein durfte. Das ich Einblick erhalten konnte. Und soviel gelernt habe.

Buntheit ist überall.


4 Gedanken zu “Ich war wieder Praktikantin

  1. Hallo.

    Schulbegleitung ist eine spannende Sache. Tja und die Arbeitswelt… Sie hat sich sehr verändert im Vergleich zu den Wirtschaftswunderjahren…Ich kann es ein wenig beurteilen, weil ich damals viel und unterschiedlich gejobbt habe und in den letzten zehn Jahren immer wieder für Bildungsträger im Berufsausbildungssektor und in der Vermittlung in Arbeit und Ausbildung tätig war. Es wird viel in der Arbeit verlangt, in jeder Form. Jeder Berufstätige verdient großen Respekt.

    Liebe Grüße,
    Frank

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